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Gut gebrüllt: Aus dem hessischen Landtag Vorläufiges Wahlergebnis

Der Landtag wird zum Studio umgebaut. Dabei wissen wir schon jetzt, dass am Sonntag nur Sieger auftreten.

Gut gebrüllt, Pitt. Foto: FR

Zunächst einmal möchte ich den Wählerinnen und Wählern danken. Nicht weniger gilt mein Dank den vielen tausend Freundinnen und Freunden für ihren enormen Einsatz. Es ist nicht die Zeit, voreilige Schlüsse zu ziehen. Eines ist aber bereits klar. Die Anderen haben verloren. Wir haben gewonnen. Das kann wirklich niemand bezweifeln.

Solche gewichtige Sätze brauchen eine große Bühne. Vor dem Landtag in Wiesbaden fahren seit Anfang der Woche gewaltige Sattelschlepper vor, um diese Bühnen anzuliefern. Lichtanlagen wie für die Rolling Stones, Kamera-Aufbauten wie für „Wetten dass“. Dazwischen laufen Techniker herum, rufen Unverständliches in ihre Walkie-Talkies („43, 44, 45… Ist das OK?“) oder sehr Verständliches („Katastrophe!“).

Ihr technisches Wunderwerk wird schon am Montag wieder verschwinden. Vorher aber wird es benötigt, um vor Millionen von Fernsehzuschauern große Siege auszurufen und Niederlagen kleinzureden. Man könnte glauben, dass die kleine Hessen-Wahl untergeht neben der Bundestagswahl. Doch so gigantisch wie diesmal sind die improvisierten Fernsehstudios im Landtag noch nie ausgefallen.

ARD, ZDF und der HR füllen alleine jeweils ein komplettes Foyer. RTL hat bereits am Freitag den Plenarsaal für eine Sendung belegt, muss aber am Sonntag in sein Studio vor dem Saal umziehen – der ist für schreibende Journalisten reserviert („Zutritt nur für Presse – Essen und Trinken verboten“). Daneben kommen noch kleinere Fernsehsender und die Hörfunk-Kollegen zu ihrem Recht, und auch das Statistische Landesamt hat seinen – natürlich hoch seriösen – Stand im obersten Stockwerk errichtet.

Ungewohnte Eintracht

Schilder weisen den Weg zu den Parteien – da geht es dann in ungewohnter Eintracht geradeaus zur CDU und zur Linken, während die FDP nach links abbiegt und die Grünen nach rechts. Ist natürlich nicht politisch gemeint. Zur SPD weisen keine Pfeile. Sie mischt sich unters Volk und hat eine Kneipe in Landtagsnähe gemietet.

Vielleicht wird es zu hektisch, um alle am Sonntag zu Wort kommen zu lassen. Daher liefern wir das vorläufige unamtliche Ergebnis schon mal vorab, und das fällt überraschend aus. Der neue Landtag wird ein Drei-Parteien-Parlament, in dem Rot-Grün mit klarem Vorsprung regieren kann.

So haben es Menschen vorhergesagt, die sich bestens auskennen – nämlich die Spitzenkandidaten selbst. Allerdings mit einer Prise Vorwitzigkeit. Denn sie sollten bei einer Talkrunde von Radio FFH jeweils das Ergebnis des Konkurrenten tippen.

Und so kommt es, dass nach ihrer Vorhersage sowohl die FDP rausfliegt (Tipp des Grünen Tarek Al-Wazir) als auch die Linke (Tipp von FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn). Dann blieben nur noch CDU (37,4 Prozent erwartet SPD-Kandidat Thorsten Schäfer-Gümbel), SPD (28,8, sagt der CDU-Vorsitzende Volker Bouffier) und die Grünen (12,5 laut der Linken Janine Wissler) im Landtag. Das wäre eine echte Sensation – und ein Ergebnis für die ganz große Bühne.

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