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Gut gebrüllt: Aus dem hessischen Landtag Bellen verboten

Wenn es um Meerschweinchen geht, bleiben die Menschen unter sich. Der Landtag ist nämlich für Tiere tabu. Pitt von Bebenburg erklärt, warum.

Aus dem hessischen Landtag
Gut gebrüllt, Pitt. Foto: FR

Miezen und Maunzen, Muhen und Bellen sind im Landtag nicht erlaubt. Die Hausordnung des Parlaments regelt das unmissverständlich. „Das regelmäßige Mitbringen von Tieren ist nicht gestattet“, heißt es darin. Ausgenommen seien nur Blindenhunde und Hunde der Polizei.

Ein großer Verlust ist das für keinen. Die meisten Debatten im Landtag wären nämlich für Tiere ohnehin schwer zu verstehen. Sie sind ja schon für Menschen oft kaum nachvollziehbar. Manchmal aber werden Themen aufgerufen, die Tiere brennend interessieren könnten. Neulich etwa meldeten die Grünen: „Der Luchs fühlt sich wohl in Hessen.“

Da wollte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) nicht anstehen. „Machen Sie weiter so, die Meerschweinchen brauchen Sie“, rief Hinz in dieser Woche im prunkvollen Kleinen Saal des Landtags aus. Dann überreichte sie den Hessischen Tierschutzpreis 2014 an Karoline Neudert von „Meerschweinchen in Not“.

Wiege des Tierschutzes

Der Verein aus Kelsterbach besteht, auch wenn der Name etwas anderes nahelegt, aus Menschen. Die haben sich darauf spezialisiert, Nager aufzunehmen und zu vermitteln, wenn Besitzer überfordert sind oder das Interesse an den Tierchen verloren haben.

Hessen hat einen Ruf als Wiege des Tierschutzes zu verteidigen. Hier wurde 1990 der erste Tierschutzbeauftragte der Welt berufen, der Journalist Ilja Weiss. Es war ein Signal des CDU-Ministerpräsidenten Walter Wallmann – und vielleicht schon ein früher Vorbote von Schwarz-Grün in Hessen, wer weiß.

Weiss-Nachfolgerin Madeleine Martin kämpfte jahrelang vergeblich dafür, männliche Küken nicht gleich nach der Geburt zu schreddern, wie es millionenfach üblich ist. Sie setzen nicht schnell genug Brustfleisch an, damit es sich wirtschaftlich lohnt. Nun wird Martins Forderung Wirklichkeit. Plötzlich zeigt sich: Eigentlich waren alle immer dafür. Gut, dass die Tiere das nicht hören müssen.

Pitt von Bebenburg berichtet über tierische Debatten aus dem Landtag. Und er twittert: @PvBebenburg

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