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Geheimdienst-Check Befremdliches Misstrauen

Hessen schaut sich Menschen argwöhnisch an, bevor sie geehrt werden. Die Abfrage beim Verfassungsschutz ist absurd. Ein Kommentar.

Roland Koch
Roland Koch (2.v.l), hat im vergangenen Jahr die Wilhelm-Leuschner-Medaille bekommen. Hätte er nicht auch vom Geheimdienst überprüft werden müssen? Foto: Boris Roessler (dpa)

Stellen Sie sich mal vor, Sie sollten für Ihre Verdienste vom Land Hessen geehrt werden. Und dann würden Sie gefragt, ob man mal bei Verfassungsschutz und Polizei nach ihren möglichen Delikten und extremistischen Ausschweifungen nachfragen dürfe. Absurd, oder? Aber wahr.

Es ist eine befremdliche Misstrauenserklärung, die die Regierung denjenigen zumutet, die sie selbst zu ehren gedenkt. Professoren, Hochschulpräsidenten, sogar eine Notarin und ein Staatsanwalt mussten sich dieser unwürdigen Prozedur unterwerfen, ehe sie zur Ehrung eingeladen wurden.

Dass es dabei nun ausgerechnet Migrantinnen und Migranten getroffen hat, ist besonders peinlich – weil sie den Eindruck gewinnen können, bei ihnen würde besonders argwöhnisch hingeschaut. Oder wurden etwa auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ex-Ministerpräsident Roland Koch sicherheitshalber von Verfassungsschutz und LKA überprüft? Man sollte schon mit gleichem Maß messen. Beide wurden schließlich mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille ausgezeichnet. Da sollte genau hingeschaut werden. Es geht schließlich um die Sicherheit des Landes.

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