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Frauen in Hessen 14,1 Prozent weniger Gehalt für Frauen

Wie steht es um die Gleichstellung der Geschlechter in Hessen? Die FR beantwortet die wichtigsten Fragen.

Frauen in Hessen
Frauen verdienen im Schnitt immer noch schlechter als Männer. Foto: Imago

Sind Frauen und Männer in Hessen gleichgestellt – etwa bei den Gehältern?
Nein. Frauen verdienen im Schnitt immer noch schlechter als Männer. Das gilt auch für Hessen. Vollzeit arbeitende Frauen in Hessen bekommen im Schnitt 14,1 Prozent weniger Gehalt als Männer. Das zeigt der im vergangenen Jahr veröffentlichte Lohnatlas. Die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern ist regional allerdings unterschiedlich ausgeprägt: In Städten ist sie kleiner, in ländlichen Gebieten größer. Auch bei der Ausbildung zeigen sich Unterschiede. Mit zunehmender Qualifikation driften die Gehälter von Männern und Frauen tendenziell weiter auseinander. Zwar ist die Lohnlücke in Hessen mit 14,1 Prozent geringer als der Schnitt für die westdeutschen Länder mit 17 Prozent. Allerdings wurden für den Lohnatlas nur die Gehälter von Vollzeit arbeitenden Männern und Frauen untersucht. Weil aber gerade Frauen oft in Teilzeit arbeiten, bildet die Statistik die reale Lohnlücke nicht ab. 

Warum verdienen Frauen weniger als Männer?
Frauen sind häufiger in „frauentypischen“ Branchen mit niedrigeren Gehältern tätig, etwa in Gesundheit und Pflege oder sozialen Berufen. Sie arbeiten außerdem öfter in Teilzeit: 2016 waren 52 Prozent der in hessischen Betrieben beschäftigten Frauen in Teilzeit tätig, zeigt eine Studie des Wirtschaftsministeriums. Sie zeigt außerdem, dass Frauen seltener in Führungspositionen sind. 2016 waren nur 28 Prozent der Führungskräfte der ersten Ebene – also etwa im Vorstand oder in der Filialleitung – weiblich. 

Ist die Gleichstellung gesetzlich verankert?
Ja. In Artikel 3 des Grundgesetzes heißt es: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Dass dieser Satz in der Verfassung steht, geht auf die Initiative von Elisabeth Selbert zurück. Elisabeth Selbert, 1896 in Kassel geboren, war eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“. 1948 hat sie an der Verfassung für die Bundesrepublik Deutschland mitgeschrieben. In Gedenken an die Juristin verleiht die Hessische Landesregierung seit 1983 alle zwei Jahre den Elisabeth-Selbert-Preis. Mit der Auszeichnung werden Menschen geehrt, die sich in besonderer Weise für die Verwirklichung der Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen einsetzen.

Und wie sieht es in Hessen aus?
Am 28. Oktober wählen die Bürgerinnen und Bürger nicht nur einen neuen Landtag, sondern stimmen auch über die Reform der hessischen Verfassung ab. Die soll nach dem Willen des Landtags dann unter anderem auch die folgende Passage enthalten: „Frauen und Männer sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ Bislang ist die Gleichberechtigung in Artikel 1 der hessischen Verfassung in einem anderen Wortlaut verankert: „Alle Menschen sind vor dem Gesetze gleich, ohne Unterschied des Geschlechts, der Rasse, der Herkunft, der religiösen und politischen Überzeugung.“

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