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Forsa-Umfrage Bürger beklagen fehlende Lehrer

Eine Forsa-Umfrage für die FR zeigt, dass Bildungspolitik in Hessen als dringlichstes Problem gilt. Das Flüchtlingsthema wird für die Wähler weniger wichtig.

Lehrermangel
Es gibt viele Gründe dafür, dass Schulstunden ausfallen. Einer ist: Lehrermangel. Foto: Caroline Seidel (dpa)

Die Bildungspolitik stellt für die Menschen in Hessen das größte politische Problem im Land dar. Auch die Lage am Wohnungsmarkt und Verkehrsprobleme beschäftigen die Hessinnen und Hessen stark. Dagegen spielt das Flüchtlingsthema keine so starke Rolle mehr wie noch vor einem Jahr. Das geht aus einer Forsa-Umfrage für die Frankfurter Rundschau und den Fernsehsender RTL hervor.

Fast ein Drittel der gut 1000 Befragten nannte die Schul- und Bildungspolitik als eines der größten Probleme. Dahinter folgten die Lage am Wohnungsmarkt (28 Prozent), Verkehrsprobleme (27 Prozent) und das Flüchtlingsthema (18 Prozent). Auch bei einer Umfrage von Infratest Dimap im Januar war die Bildungspolitik als wichtigstes Thema genannt worden – anders als vor einem Jahr, als für 45 Prozent der Menschen die Flüchtlingspolitik im Mittelpunkt gestanden hatte.

Die Erwartungen an eine künftige Landespolitik unterscheiden sich deutlich zwischen den Anhängern verschiedener Parteien. So ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für die Unterstützer von SPD und Linken fast doppelt so häufig wichtig wie für FDP-Wähler. Die Bekämpfung der Kriminalität hat für Anhänger von CDU, FDP und vor allem der AfD großes Gewicht, während das Thema für Wähler von SPD, Grünen und Linken weit geringere Bedeutung besitzt.

Regionale Unterschiede

Forsa arbeitet in der aktuellen Umfrage die regionalen Unterschiede deutlich heraus. Bildungspolitik hat dabei in allen Teilen Hessens erhebliche Bedeutung – aber im Rhein-Main-Gebiet sehen die Menschen die Wohnungsprobleme als noch bedeutender an. In Nordhessen hingegen wird die mangelnde Infrastruktur beklagt – was die Bürger in Mittel- und Südhessen kaum als Problem wahrnehmen.

Lehrermangel, der Ausfall von Unterricht und der schlechte bauliche Zustand vieler Schulen werden als gravierendste Probleme im Schulwesen ausgemacht. Hier sehen rund drei Viertel der Hessinnen und Hessen Handlungsbedarf.

Die Integration von Zuwandererkindern wird von der Hälfte der Befragten als dringliches Thema an den Schulen beurteilt. Interessant ist dabei, dass das Flüchtlingsthema eher von Menschen als Problem an den Schulen beurteilt wird, bei denen keine Kinder im Haushalt leben.

Umgekehrt sieht es mit der Klage über mangelhafte Qualität des Unterrichts aus. Dieses Problem sehen vor allem Familien mit Kindern – also mit Erfahrung im schulischen Alltag.

Auf breite Unterstützung trifft die Forderung von SPD und Linken nach einem gebührenfreien Bildungssystem von der Kita bis zur Hochschule. Insgesamt befürworten 71 Prozent der Hessinnen und Hessen die Gebührenfreiheit, 25 Prozent sprechen sich dagegen aus.

Dabei sind nicht nur Anhänger von SPD und Linken für Gebührenfreiheit (je mehr als 80 Prozent), sondern auch die von Grünen (78 Prozent), CDU (61 Prozent) und AfD (57 Prozent). Nur bei den FDP-Unterstützern überwiegen die Gegner der Gebührenfreiheit knapp die Befürworter.

Forsa befragte in der Zeit vom 8. bis 22. Februar 1035 Wahlberechtigte in Hessen.

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