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Flughafen Ryanair-Verspätungen sind absehbar

Schon beim Start von Frankfurt ist klar, dass die Ryanair-Maschine aus Barcelona nicht vor 23 Uhr zurück ist. Das ergibt die Auswertung der Daten.

Ryanair beim Abflug
Eine Maschine von Ryanair (Symbolbild). Foto: Oliver Willikonsky (imago stock&people)

Ein Negativ-Rekord jagt den anderen. Inzwischen sind es 388 Flugzeuge, die seit Jahresanfang verspätet nach 23 Uhr am Frankfurter Flughafen gelandet sind. So viel wie noch nie seit Eröffnung der Landebahn Nordwest vor knapp sieben Jahren und Inkrafttreten des Nachtflugverbots von 23 bis 5 Uhr. 40 Prozent davon hat Ryanair verursacht, Condor ist mit 21 Prozent dabei. Und der Ferienflieger holte im Mai auf. Ein Monat, der ebenfalls einen Rekord brachte: 185 Verspätungslandungen gab es laut Landesregierung, die Arbeitsgruppe Flugauswertung meldet 193. Beide sagen, 58 gingen auf das Konto von Ryanair, 55 auf das von Condor. Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hatte das am Freitag so kommentiert: „Eine derartige Häufung ist nicht akzeptabel.“

Barcelona ist ein Beispiel für Ryanair-Verbindungen, die oft zu spät sind. Die Arbeitsgruppe Flugauswertung hat sich dazu die Daten des Deutschen Fluglärm angeschaut und die Ergebnisse der FR zur Verfügung gestellt. Laut Flugplan hebt dieselbe Maschine um 17.55 Uhr von Frankfurt nach Barcelona ab und ist um 22.30 Uhr wieder zurück. Doch in der Realität funktionierte das nie. Kein einziger Flug war pünktlich in der Luft.

Die größte Verspätung war am 23. April. Da ging es erst um 19.28 Uhr Richtung Spanien los. Das heißt bei einer Umlaufzeit von 275 Minuten, dass beim Start von Frankfurt bereits feststand, dass das Flugzeug auf keinen Fall vor 23 Uhr zurück sein kann. Trotzdem schickte Ryanair die Maschine von Barcelona nach Frankfurt. Die landete dann in letzten Minuten. Nämlich um 23.58 Uhr. Nach Mitternacht sind in Frankfurt lediglich Notfälle gestattet. Wie die Flugauswertung weiter ergab, verspätete sich der Barcelona-Flug im Durchschnitt beim Start um 40 Minuten und bei der Landung um 36 Minuten.

Anders als Starts bedürfen Landungen zwischen 23 und 24 Uhr keiner Genehmigung, sofern sich die Verspätung nicht aus der Flugplangestaltung ergibt. Das Limit setzt der Planfeststellungsbeschluss bei 7,5 im Jahresdurchschnitt. Bei Überschreitung, heißt es dort weiter, „bleiben unter Beachtung der öffentlichen Verkehrsinteressen nachträgliche Änderungen vorbehalten“. Ärger bekommt demnach eine Airline lediglich, wenn sie die Landung nach 23 Uhr vorab im Flugplan eingepreist hat.

Bei Ryanair sind es zwei Verbindungen, bei denen ein solcher Verdacht naheliegt. Deshalb hat das Ministerium die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens beim Regierungspräsidium Darmstadt beantragt: Stan-sted und Barcelona. Stansted wurde jetzt vorverlegt. Bei Condor ist ein Flug aus Palma de Mallorca auffällig. Ändert sich nichts, will Wiesbaden auch hier härtere Bandagen anziehen.

Dem flughafenpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Marius Weiß, reicht das nicht aus. „Das erfordert konsequente Reaktionen“, sagt er: Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) müsse sich einschalten.

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