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Flughafen Keine Nachtruhe nach 23 Uhr

Die Zahl der Verspätungslandungen sinkt im August, ist aber noch auf hohem Niveau. Al-Wazir fordert Fraport zum Handeln auf.

Auch im August herrschte am Frankfurter Flughafen nach 23 Uhr selten Ruhe. 124 Landungen und 53 Starts registrierte das hessische Verkehrsministerium in der Stunde bis Mitternacht. Das waren zwar weniger als im Juli mit 161 Landungen, 83 Starts. Doch zufrieden sei er noch nicht, sagte Minister Tarek Al-Wazir (Grüne). „Wir werden nicht lockerlassen, bis ein akzeptables Niveau erreicht ist.“

Eigentlich gilt am Flughafen zwischen 23 Uhr und 5 Uhr das Nachtflugverbot. Doch der Planfeststellungsbeschluss erlaubt Landungen bis 24 Uhr, sofern sich die Verspätung nicht aus der Flugplangestaltung ergibt.

Starts sind bis 24 Uhr zulässig, wenn der Grund der Verspätung außerhalb des Einflussbereichs der Airline liegt. Hierfür bedarf es einer Einzelgenehmigung.

Vor rund einem Jahr wurde bekannt, dass die Zahl der Verspätungslandungen massiv anstieg. Verantwortlich war vor allem die Fluggesellschaft Ryanair, die auch im August Spitzenreiter war. 37 Maschinen der Iren kamen zwischen 23 und 24 Uhr zu Boden. Gefolgt von Condor (24) und Lufthansa (20). Besonders anfällig war nach Angaben des Wirtschaftsministers der Laudamotion-Flug OE319 aus Palma de Mallorca, bei dem 15 der 30 geplanten Landungen verspätet erfolgten. Fünfmal sei die Maschine so spät gewesen, dass sie zum Flughafen Hahn umgeleitet wurde, einmal wurde sie ganz gestrichen. Laudamotion und Ryanair sind enge Kooperationspartner.

Auch mit dieser Verbindung befasse sich inzwischen das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt, teilte Al-Wazir mit. Seit März seien mehr als 130 Verspätungslandungen an die Genehmigungsbehörde gemeldet worden. 65 Ordnungswidrigkeitsverfahren seien darauf bisher entstanden.

Bis es dazu kommt, seien verschiedene Schritte vorgeschaltet. „Wir bauen einen hohen Kontrolldruck auf, befragen Piloten bestimmter Flugverbindungen direkt nach der Landung und prüfen die vorgebrachten Gründe genau nach“, sagte der Minister. Verdichteten sich Hinweise auf Verspätungen aus der Flugplangestaltung, gebe es Gespräche mit der jeweiligen Fluggesellschaft. „So haben wir inzwischen erreicht, dass mehrere häufig verspätete Flüge vorverlegt wurden.“ Verringere sich die Verspätungsquote nicht erkennbar, werde das RP eingeschaltet.

„Häufungen bei einzelnen Flügen erregen natürlich Verdacht“, sagte Al-Wazir. Er betonte zugleich, dass nicht jede Landung nach 23 Uhr ein Verstoß gegen das Nachtflugverbot darstelle. Zum Teil sei auch die Überlastung des europäischen Luftraums schuld. Deshalb gelte es, an mehreren Stellen anzusetzen. Gleichwohl sieht Al-Wazir nach wie vor auch Flughafenbetreiberin Fraport in der Pflicht. Der Grünen-Politiker wiederholte seine Forderung nach einer stärkeren Erhöhung der Lärmentgelte für Landungen nach 23 Uhr: „Unpünktlichkeit darf sich nicht lohnen, erst recht nicht, wenn sie die Nachtruhe stört.“

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