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Flughafen Frankfurt Ryanair lärmt nachts weiter

Trotz aller Beteuerungen landete die Billig-Airline Ryanair alleine im Januar 19 Mal nach 23 Uhr in Frankfurt. Jetzt muss sie erneut zum Rapport ins Ministerium.

Billigflieger Ryanair
Trotz Stationierung von Ersatzflugzeugen gelingt es Ryanair oft nicht, pünktlich zu landen. Foto: rtr

Auch im Januar hat Ryanair es nicht geschafft, das Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen einzuhalten. Mit 19 Landungen nach 23 Uhr ist zwar Besserung erkennbar; im Dezember waren es noch 35. Doch 65 Prozent aller in dem Monat verspäteten Landungen gingen auf das Konto der Iren. Damit sind sie einsame Spitzenreiter – den vierten Monat in Folge.

Am Wetter allein kann es nicht gelegen haben, denn andere Gesellschaften sind weitaus seltener betroffen. Die Lufthansa wickelte mit 10.907 Landungen im Januar ungleich mehr ab als Ryanair mit 518 Landungen. Lediglich zwei Kranich-Maschinen kamen nach 23 Uhr runter. Von 411 Condor-Landungen rissen drei das Nachtflugverbot. Fünf weitere Airlines kamen je ein Mal zu spät.

Das hessische Verkehrsministerium ist jedenfalls auch noch nicht zufrieden: „Wir haben deshalb Ryanair erneut ins Ministerium einbestellt“, sagt Sprecher Marco Kreuter. Bei der Analyse der Daten seien speziell zwei Flugbewegungen aufgefallen, die noch immer besonders häufig verspätet sind. Auch Daten von ausländischen Flughäfen würden dazu herangezogen, von denen Ryanair in Richtung Frankfurt startet. Zudem würden weiterhin die betreffenden Piloten zu den Verspätungsgründen befragt.

Noch in dieser Woche, so Kreuter, werde es zu einem gemeinsamen Gespräch mit dem Flughafenkoordinator der Bundesregierung und mit Ryanair kommen. Thema werde das Nachtflugverbot in Frankfurt sein. Aber auch der kommende Sommerflugplan. „Entscheidend wird sein, dass sichergestellt ist, dass die Flugpläne von Ryanair so realistisch gestaltet werden, dass die Grenze regelmäßig eingehalten wird.“

Ryanair reagiert auf Anfrage der Frankfurter Rundschau pikiert: „Wir beabsichtigen nicht, unsere Betriebsabläufe in Frankfurt am Main regelmäßig zu kommentieren“, sagt Kommunikationschef Robin Kiely. In den vergangenen beiden Wochen habe es lediglich eine einzige Verspätung wegen eines technischen Problems an dem Flugzeug gegeben. „Anfang Januar litten einige der Flüge unter geringfügigen Verspätungen aufgrund schlechter Wetterbedingungen.“ Einige Änderungen im Flugplan seien bereits vorgenommen. Sollten Slots zur Verfügung stehen, würden weitere folgen. Für den Winter stünden zusätzliche Flugzeuge bereit, um die Folgen schlechten Wetters zu mindern.

Doch auch das scheint nicht auszureichen. 2017 gingen 23 Prozent aller verspäteten Landungen aufs Konto der irischen Linie, obwohl die erst Ende März in Frankfurt an den Start ging und einen relativ geringen Anteil an der Gesamtzahl der Flugbewegungen hat. Negativer Höhepunkt war der November mit 78 Prozent. Seit Oktober hat die FR mehrfach berichtet. Ryanair musste zum Rapport ins Verkehrsministerium.

Gegen ein Verbot verstößt Ryanair nicht. Das offizielle Nachtflugverbot beginnt zwar um 23 Uhr. Doch Landungen sind noch bis Mitternacht erlaubt. Bedingung: Sie dürfen sich nicht aus dem Flugplan ergeben und pro Kalenderjahr den Durchschnitt von 7,5 pro Tag überschreiten.

Sie sind allerdings teuer: Die Flughafengebühren steigen bei zu späten Landungen um 200 Prozent. Und erwiesene Verstöße gegen das Nachtflugverbot können als eine Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 50 000 Euro geahndet werden.

Die Nachtflugbeschränkung müsse unbedingt durchgesetzt werden, fordert Thomas Norgall vom Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) Hessen. Falls nötig, so seine Forderung, müsse der Planfeststellungsbeschluss geändert werden.

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