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Fall Alek Landtag befasst sich mit Abschiebung von Alek

Der zwölfjährige Alek sollte eigentlich zusammen mit seiner Großmutter nach Mazedonien abgeschoben werden. Innenminister Peter Beuth (CDU) erläutert im hessischen Landtag, warum das nicht geschah.

Abschiebung
Die Abschiebung eines zwölfjährigen Jungen beschäftigt den hessischen Landtag (Symbolfoto). Foto: dpa

Im Fall eines abgeschobenen Zwölfjährigen hat Innenminister Peter Beuth (CDU) erklärt, dass der Junge ursprünglich gemeinsam mit seiner Großmutter habe außer Landes gebracht werden sollen. Das berichtete Beuth nach Angaben von Teilnehmern in einer Sitzung des Landtags-Innenausschusses am Donnerstag hinter verschlossenen Türen.

Die Großmutter befindet sich im Krankenhaus und konnte daher nicht abgeschoben werden. Sie sei „unter dem Druck der Abschiebebehörden zusammengebrochen“, erläutert der Hessische Flüchtlingsrat, der den Fall an die Öffentlichkeit gebracht hatte.

Der zwölfjährige Alek war 2015 aus Mazedonien nach Deutschland gekommen. Am Montag wurde er von der Polizei in einer Einrichtung für jugendliche Flüchtlinge im hessischen Alsfeld abgeholt und abgeschoben. Nach FR-Informationen war eine Petition für Alek vom zuständigen Landtagsausschuss im September abgelehnt worden.

Alek hatte telefonisch einer Vertrauten in Deutschland berichtet, dass er von seinem drogenabhängigen Vater am Flughafen in Skopje abgeholt worden sei. Er habe große Angst vor dem Mann, der ihn früher misshandelt habe. Aleks ebenfalls drogenabhängige Mutter war gestorben, als er vier Jahre alt war.

Beuth sagte den Angaben zufolge im Innenausschuss, dass die Jugendhilfe eingeschaltet worden sei. Die Behörden in Mazedonien seien auf die gesundheitliche Situation hingewiesen worden. Alek muss wegen seiner psychischen Erkrankung regelmäßig Medikamente nehmen.

Die SPD forderte Beuth nach eigenen Angaben dazu auf, Erkundungen über die Situation von Alek in Mazedonien einzuziehen und dem Innenausschuss zu berichten. So solle geklärt werden, unter welchen Umständen er lebe und ob er tatsächlich von seinem drogenabhängigen Vater in Empfang genommen worden sei, sagte der SPD-Abgeordnete Günter Rudolph.

Das zuständige Regierungspräsidium Gießen hatte dies bereits bestätigt. Ein Sprecher teilte der FR mit, die Rückführung sei „im Vorfeld mit den mazedonischen Behörden besprochen“ und sei „von beiden Seiten eng begleitet“ worden. Der Junge sei am Montag um 13.20 Uhr in Skopje gelandet und „von seinem Vater in Empfang genommen“ worden.

Derweil befasst sich auch die Landesärztekammer Hessen mit dem Fall. Der Menschenrechtsbeauftragte der Kammer, Ernst Girth, wies darauf hin, dass bei Abschiebungen stets ein Arzt feststellen müsse, ob der Betroffene flugreisetauglich sei. Die Landesärztekammer wolle klären, welcher Mediziner diese Bescheinigung für den traumatisierten Jungen ausgestellt habe, sagte Girth der Frankfurter Rundschau. Er sprach von einem „unglaublichen Abschiebefall“.

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