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European Business School EBS findet Geldgeber bis 2017

23 Millionen Euro Landesgeld stecken in der European Business School. Die angeschlagene Privatuni erholt sich nur sehr mühsam. Als Aufsichtsrats-Chef Robert Koehler äußert, genaue Zahlen gingen die Presse nichts an, kommt es zum Eklat beim Pressegespräch.

Das Eingangsschild der European Business School (EBS) im Schloss Reichartshausen. Foto: dpa

Eigentlich wollte die Wiesbadener Privat-Uni EBS kurz vor Weihnachten noch gute Nachrichten unter die Leute bringen. Die Finanzierung der Universität sei „langfristig gesichert“ – nämlich bis Mitte 2017, gab die Hochschule am Freitag in Wiesbaden bekannt.
Doch das Pressegespräch, in dem die Botschaft verkündet werden sollte, geriet zum Eklat. Dafür sorgte der Aufsichtsratsvorsitzende der EBS, Robert J. Koehler.

Die Hochschule hatte die Journalisten eingeladen, um diesmal überzeugend darzulegen, dass man ihrer positiven Zukunftsperspektive vertrauen könne. Denn in früheren Jahren hatte die EBS mit Zahlen operiert, die ein Zeuge im Landtags-Untersuchungsausschuss zur EBS-Vergangenheit als „getürkt“ bezeichnete.

"Die Zahlen gehen Sie gar nichts an"

Als die Journalisten den Aufsichtsrats-Chef Koehler nach den aktuellen Planzahlen fragten, antwortete er aufbrausend: „Die Zahlen gehen Sie gar nichts an.“ Daraufhin verließen die Reporter geschlossen das Pressegespräch. Noch im Oktober hatte der neue Hochschulpräsident Rolf Wolff einen neuen Stil und mehr Transparenz bei der EBS angekündigt.

Koehler war im April als Nachfolger von Hellmut K. Albrecht an die Spitze des EBS-Aufsichtsrats gerückt. Er stand 20 Jahre lang als Vorstandschef der SGL-Gruppe in Wiesbaden vor. Aus dieser Funktion scheidet er zum Jahresende aus – Medienberichten zufolge nach einem internen Machtkampf. Das „Manager-Magazin“ bezeichnete Koehler in diesem Zusammenhang als „selbstherrlichen Manager“.

Koehler hätte am Freitag durchaus gute Kunde zu verbreiten gehabt. Denn für die EBS ist es das erste Mal seit etlichen Jahren, dass die Banken ihnen die Finanzierung für dreieinhalb Jahre garantieren. Das Konsortium, das der EBS mit Krediten hilft, besteht aus fünf Banken, die nicht namentlich genannt wurden.

Zudem beteiligen sich den EBS-Angaben zufolge die ehemaligen Studierenden (Alumni), die schon für 2013 rund eine Million beigesteuert hatten, mit einer Summe, die mehrere 100 000 Euro betragen soll.

In dem kurzen Pressegespräch konnte Hochschul-Präsident Wolff immerhin noch mitteilen, dass die EBS in den vergangenen Jahren ihre Kosten deutlich verringert habe. 2010 habe man zehn Millionen Euro gekürzt, 2011 weitere acht Millionen und 2012 noch einmal vier Millionen. Nach dem Abbruch des Gesprächs erläuterte er auf Nachfrage, öffentliche Zuschüsse seien – jenseits der für alle Privathochschulen üblichen „Clusterförderung“ – künftig nicht eingeplant. Das Land hatte den Aufbau der juristischen Fakultät in Wiesbaden mit 23 Millionen Euro gefördert. Zudem hatte sich die Stadt Wiesbaden noch 2013 mit der Stundung von etwa 400 000 Euro an Mietkosten für das stadteigene Atrium-Gebäude nahe des Hauptbahnhofs eingebracht.

OB hat erst im Februar Zeit

Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) hatte deutlich gemacht, dass er ein weiteres finanzielles Engagement der Stadt „skeptisch“ beurteilt. Die EBS hatte sich ihrerseits von den Plänen verabschiedet, die Jura-Fakultät im Gerichtsviertel anzusiedeln, was mit teuren Umbauten verbunden gewesen wäre.

EBS-Präsident Wolff sagte der FR, das sei „in keinster Weise eine Entscheidung gegen Wiesbaden“ gewesen. Es sei aber „wichtig für eine Universität, in der Stadt, in der sie ist, willkommen zu sein“. Deshalb suche er das Gespräch mit den beteiligten Personen und Institutionen.

Wolff berichtete, er bemühe sich bereits seit seinem Amtsantritt im Oktober um ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister. Als nächst möglicher Termin sei ihm der 3. Februar genannt worden.

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