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Energiewende Hessen braucht mehr Windräder

Netz-Studie zeigt, unter welchen Bedingungen grüner Strom das Land versorgen kann

Stromleitungen
Das Wirtschaftsministerium hat untersuchen lassen, wie die Energiewende funktionieren kann. Foto: dpa

Der weitere Ausbau von Windenergie und Photovoltaik sind Bedingung für die Energiewende in Hessen. Und der Hunger nach grünem Strom wird größer. Wie der wachsenden Bedarfs zu stillen ist, untersucht eine Studie des Hessischen Wirtschaftsministerium, die am Montag in Wiesbaden vorgestellt wurde. 

Die Zahl der Windkraftanlagen von aktuell mehr als 1000 müsse verdoppelt werden, sagte Minister Tarek Al-Wazir. Weil die mehr leisten können, sei so die Vervierfachung der Produktion zu erwarten. Auch der Zubau von Photovoltaik stimme ihn optimistisch, das avisierte Ziel zu erreichen: Im Jahr 2034 soll der Strombedarf zu 56 Prozent aus Sonne und Wind gedeckt werden. Dreimal so viel, wie im Jahr 2016. Grundbedingung sei der Ausbau der Verteilnetze, die die neuen Einspeisungen aufnehmen und direkt an den Verbraucher liefern. Der werde jedes Jahr höchstens 12 Euro pro Einwohner kosten, also etwa 1 Euro im Monat. 

Sinkende Kosten für erneuerbare Energie

Nachzulesen ist dies in der „Verteilnetzstudie Hessen“, an der sich neben Wissenschaftlern auch zehn Betreiberunternehmen beteiligt haben. Demnach sind die 12 Euro hoch gegriffen. Denn die Kosten für Erneuerbare sinken von Monat zu Monat, haben die für konventionellen Formen der Erzeugung teilweise überholt.

Es geht nicht alleine darum, den aktuellen Status quo zu befriedigen. Mit der Energiewende geht eine Zunahme des Bedarfs einher, sagte der Minister. „Mittelfristig werden auch immer mehr Elektrofahrzeuge sowie elektrisch betriebene Wärmepumpen das Netz beanspruchen.“ Die Studie zeige erstmals auf, was das für die Verteilnetze bedeutet. „Nur so lassen sich die erforderlichen Investitionen sinnvoll planen.“ Der Bau von Strommasten ist demnach nicht notwendig. Ein Teil der vorhandenen Infrastruktur sei bereits ausreichend dimensioniert. Die Lücken könnten unterirdisch gelegte Kabel schließen, so Al-Wazir. 

Voraussetzung dafür sei nicht nur eine umfassende Modernisierung des bestehenden Netzes. Die Steuerung müsse digital erfolgen, um Stabilität zu gewährleisten. „Wenn man von bundesweit 500 Kraftwerken auf ein System mit zwei Millionen Einspeisern – von der Windenergieanlage bis zum Solardach – und fluktuierendem Stromangebot geht, kann man das nicht mehr von Hand auf einer Leitwarte steuern.“ Die Studie stehe konkret, wie die Stromübertragung gesteuert und wo im Netz Investitionsbedarf besteht.

Die Autoren gehen davon aus, dass die Zahl der elektronischen Wärmepumpen bis zum Jahr 2034 um das vier- bis sechsfache steigt. E-Mobilität wird in diesem Zeitraum um 19 Prozent zunehmen. 

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