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Energieverbrauch Internet als Stromschlucker

Al-Wazir präsentiert die Energiebilanz für 2014. Trotz aller Bemühungen geht der Energieverbrauch in Hessen nur langsam zurück.

Großverbraucher: Rechenzentren fressen viel Strom. Foto: Andreas Arnold

Der Energieverbrauch geht in Hessen trotz aller Anstrengungen und technologischen Fortschritte nur langsam zurück. Der Grund: Die Flugzeuge werden immer größer, im Haushalt schlucken Elektrogeräte zusätzlichen Strom, und Rechenzentren verbrauchen gewaltige Energiemengen. Das hat Energieminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Freitag in Wiesbaden mitgeteilt, wo er den Energiebericht für 2014 vorstellte.

Danach ist der Energieverbrauch seit 2000 um mehr als zehn Prozent gesunken – von 832 auf 747 Petajoule. „Die Richtung stimmt, das Tempo noch nicht“, kommentierte Al-Wazir.

Wie groß die Herausforderungen durch neue, stromschluckende Technologien sind, schilderte der Minister am Beispiel Frankfurts. Dort würden 20 Prozent des Stroms in Rechenzentren verbraucht. Zugleich arbeiteten die Firmen mit Hochdruck an der Technik zum Energiesparen, berichtete Al-Wazir. Die neue Serverfarm des Rechenzentren-Dienstleisters Interxion in Frankfurt laufe siebenmal effizienter als frühere Modelle.

Am stärksten haben die privaten Haushalte zum Stromsparen beigetragen. Ihr Verbrauch ging in den vergangenen 15 Jahren um etwa 18 Prozent zurück. Al-Wazir wies allerdings darauf hin, dass die Einsparungen in den vergangenen Jahren immer geringer geworden seien. Seit dem Jahr 2012 habe sich der private Verbrauch kaum noch reduziert.

Den größten Anteil am Energieverbrauch machen in Hessen jedoch weder die Haushalte (23 Prozent) noch Gewerbe und Industrie (29 Prozent) aus, sondern der Verkehr. Nirgends in der Republik ist der rechnerische Energieverbrauch durch diesen Faktor größer. Fast die Hälfte des gesamten hessischen Energiebedarfs entfällt auf Autos und Flugzeuge. Grund dafür ist, dass jeder Liter Kerosin, der am Frankfurter Flughafen in die Tanks der Flugzeuge gefüllt wird, in der Bilanz auftaucht.

Die Spareffekte durch effektivere Motoren in Jets und Autos wurden wieder aufgezehrt, weil zugleich mehr Fahrzeuge auf den Straßen und größere Flieger in der Luft unterwegs waren. Deshalb blieb der Gesamtverbrauch etwa gleich hoch – sowohl bei Autos als auch bei Flugzeugen.

Die SPD zeigte sich angesichts dieser Zahlen verwundert, dass Al-Wazir beim Nachfolgetreffen zum Energiegipfel im November das Thema Verkehr „weiterhin ausklammern“ wolle. „Eine Energiewende ohne den Verkehrsbereich zu betrachten, ist halbherzig“, sagte der SPD-Energiepolitiker Timon Gremmels.

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