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„Energie-Agenda“ So will Al-Wazir die Energieziele einhalten

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir will Unternehmen und Hausbesitzer zum Bau von Solaranlagen ermuntern. Schulen sollen energiesparender heizen.

Solar-Kataster Hessen
Privathaushalte und Unternehmen sollen nach Regierungsplänen ihre Dächer zur Energiegewinnung nutzen. Foto: dpa

Unternehmen und Eigenheimbesitzer sollen zum Bau einer Solaranlage auf ihren Dächern ermuntert werden, Schulen ihre Gebäude energiesparender heizen. Das sind zwei der Ziele, die Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und der Leiter der Landesenergieagentur, Karsten McGovern, angehen wollen. 

Beide präsentierten am Dienstag in Wiesbaden die „Energie-Agenda“ der schwarz-grünen Landesregierung und zogen eine Bilanz seit der ersten „Energie-Agenda“ von 2015. Al-Wazir nannte sie „ziemlich erfolgreich“, auch wenn er ein zentrales Ziel möglicherweise verfehlt. 
Der Minister hatte sich nach der Regierungsübernahme 2014 vorgenommen, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis Januar 2019 auf 25 Prozent zu verdoppeln. Das sei „ein sehr sportliches Ziel“ gewesen, räumte Al-Wazir am Dienstag ein. Es sei aber noch erreichbar, wenn die Zahlen für 2017, die noch nicht veröffentlicht sind, in der Nähe von 20 Prozent lägen. 

Schäfer-Gümbel sieht „keine Strategie“

SPD-Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel glaubt nicht daran. Hessen werde das 25-Prozent-Ziel „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verfehlen“, sagte er. Daran zeige sich, dass die Regierung „keine Strategie für die Energiewende“ habe, schimpfte Schäfer-Gümbel. 

Das sieht Al-Wazir ganz anders. Er berichtete nicht nur, dass der Ausbau von Windkraft und Solarstrom deutlich vorangegangen sei. Zudem sei es auch gelungen, den Stromverbrauch der privaten Haushalte zu senken. Pro Einwohner verbrauchten die Hessinnen und Hessen fast zwölf Prozent weniger als noch 2010. 

Dazu trage der Umbau der Straßenbeleuchtung auf LED-Licht bei. Mit Unterstützung des Landes und des Bundes seien 85 000 Straßenlampen umgerüstet worden, mehr als erwartet. Nur in Frankfurt bewege sich in dieser Hinsicht nichts, klagte Al-Wazir – und wies süffisant darauf hin, dass die Lieblingsgaststätte von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) „Zum Lahmen Esel“ heiße. 

Besonders erfreut zeigte sich Al-Wazir über den Zubau an Photovoltaik-Anlagen, die Solarstrom auf hessischen Dächern produzieren. 2017 habe es ein Plus von 79 Prozent gegenüber dem Tiefpunkt von 2015 gegeben, während der Anstieg bundesweit nur bei 27 Prozent gelegen habe. Al-Wazir schreibt das dem Solarkataster zu, das es nur in Hessen gibt. Damit kann jeder Immobilienbesitzer in Internet einfach herausfinden, ob sein Hausdach sich für eine Photovoltaik-Anlage eignet. 

Dort wolle man „Mutmach-Beispiele“ hinzufügen und Unternehmen stärker ansprechen, ergänzte Landesagentur-Chef McGovern. Sie könnten ohne viel Arbeit von einer Solaranlage profitieren, wenn sie sich alle Einzelheiten mit einem „Contracting-Modell“ abnehmen ließen.

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