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Bio Mit Bioprodukten Hasen retten

Der Feldhase, Vorbild des Osterhasen, stehe auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Helfen könne man dem bedrängten Tier, wenn man Bioprodukte kaufe. Denn auf diese Weise sorgten Verbraucher dafür, dass weniger chemischer Dünger auf den Feldern lande und der Hase bleiben könne.

Ein Feldhase. Foto: dpa

Am 1. April haben es seriöse Politiker nicht leicht, mit ernsthaft gemeinten Nachrichten durchzudringen, wenn sie amüsant klingen. „Mehr Schutz für die Osterhasen“ ist so ein Slogan, den man für einen Aprilscherz halten könnte.

„Es handelt sich leider nicht um einen Aprilscherz“, stellte die Grünen-Umweltpolitikerin Martina Feldmayer daher fest, um Missverständnissen vorzubeugen, als sie am einschlägigen Tag ihre Aktion für den Hasen mitten in der Wiesbadener Innenstadt startete. Der Feldhase, Vorbild des Osterhasen, stehe wirklich auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten, versicherte Feldmayer, die trotz der Namensähnlichkeit mit dem Feldhasen weder verwandt noch verschwägert ist.

Dann hatte sie noch einen praktischen Tipp parat: Helfen könne man dem bedrängten Tier, wenn man Bioprodukte kaufe. Denn auf diese Weise sorgten Verbraucher dafür, dass weniger chemischer Dünger auf den Feldern lande und der Hase bleiben könne.

Gut gesagt. Bioprodukte sind allerdings nicht immer leicht zu bekommen. Das musste ihre Fraktion feststellen, als sie für den grünen Stand Schoko-Osterhasen ordern wollte. Die Bio-Hasen waren aber weg. Stattdessen klebten die Grünen, nicht ganz jahreszeitgerecht, Schoko-Käfer auf ihre Flyer. Die waren zwar lecker, stehen aber trotzdem nicht auf der Liste der bedrohten Arten. Die Menschen reagierten unaufgeregt auf Hasen und Käfer, obwohl ungewöhnlich viele Medienvertreter mit Feldmayer unterwegs waren – es handelte sich schlicht um den einzigen Politiktermin in einer ereignisarmen Woche im Landtag.

Ein Wiesbadener erwies sich als Inhaber einer Streuobstwiese und echter Hasenkenner („Der Feldhase findet keinen Unterschlupf mehr. Der hat ja keine Deckung“), ein anderer kommentierte pragmatisch: „Den ess’ ich gern.“

Nach diesem Tagesauftakt waren die politischen Beobachter gerne bereit, praktisch jede Nachricht für bare Münze zu nehmen. So hatte die Junge Union Hessen beschlossen, künftig die Sonnenblume der Grünen in ihr Logo aufzunehmen und ihr Mitgliedermagazin „Löwenmaul“ aus Verbundenheit zum neuen Koalitionspartner in „Froschkönig“ umzubenennen. „Nach über einem Jahr erfolgreicher schwarz-grüner Zusammenarbeit ist es an der Zeit, unsere gemeinsamen Erfolge auch optisch abzubilden“, ließ der JU-Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Stefan Heck wissen.

Das entsprach aufs Feinste der alltäglichen Koalitionsprosa. Angeblich handelte es sich aber um einen Aprilscherz. Da fragen wir uns: Gilt das nur für das neue JU-Logo oder vielleicht für die ganze schwarz-grüne Koalition?

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