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Bildung Mehr Geld für Hochschulen in Hessen

Das Land Hessen stockt die Mittel für die Hochschulen um gut 1,4 Milliarden pro Jahr auf. Der zu Grunde liegende Hochschulpakt gilt für fünf Jahre und verschafft den Unis damit Planungssicherheit.

Die Frankfurter Goethe-Uni kann sich - wie andere hessische Hochschulen - auf mehr Geld freuen Foto: Peter Jülich

Die staatlichen hessischen Hochschulen können in den nächsten Jahren mit etwa 46 Millionen Euro mehr Geld rechnen. Das hat Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) in Wiesbaden angekündigt, der mit den Hochschulpräsidenten derzeit über den Hochschulpakt für die Jahre 2016 bis 2020 verhandelt. Noch im Februar soll das Ergebnis verkündet werden.

Vor fünf Jahren, als Rheins Amtsvorgängerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) den Pakt für die Jahre 2011 bis 2015 ausgehandelt hatte, waren Tausende Studierende und Lehrende nach Wiesbaden gezogen, um gegen Kürzungen zu protestieren. Roland Koch (CDU), der seinerzeit als Ministerpräsident amtierte, hatte die Unis aufgefordert, beim notwendigen Sparen zu helfen.

Solche Appelle sind diesmal nicht erforderlich. „Grundsätzlich sind alle Hochschulen Gewinner - bis auf eine“, sagt Rhein. Er geht davon aus, dass zwölf der 13 staatlichen Hochschulen in den kommenden Jahren finanziell besser gefördert werden können. Nur eine der fünf Fachhochschulen, die die geplante Zahl an Studierenden verfehlt habe, müsse mit weniger Geld als bisher auskommen. Welche das ist, wollte der Minister noch nicht verraten.

Zuschlag bei Erfolg

Die hessischen Hochschulen werden mit mehr als zwei Milliarden Euro pro Jahr ausgestattet. Den größten Teil davon, nämlich gut 1,4 Milliarden Euro, verteilt das Land mit dem Hochschulpakt. Da er für fünf Jahre gilt, verschafft er den Unis und Fachhochschulen Planungssicherheit.
Den Löwenanteil des Hochschulpakts macht die Grundfinanzierung aus. Sie orientiert sich an der Zahl der Studierenden, die mit einem Faktor für die jeweiligen Fächer multipliziert wird. Das ist wegen der technischen Ausstattung erforderlich, die beispielsweise ein Medizinstudium teurer macht als ein geisteswissenschaftliches Studium.

Diese Grundfinanzierung soll nach Rheins Angaben mit dem neuen Hochschulpakt um 16 Millionen Euro steigen – von 1,088 Milliarden Euro im laufenden Jahr auf 1,104 Milliarden im nächsten Jahr. Noch stärker erhöht wird das „Erfolgsbudget“, das um 30 Millionen auf 257 Millionen Euro steigen soll. Damit wird honoriert, wenn eine Hochschule viele Studierende zum Abschluss führt oder Fördermittel von wissenschaftlichen Institutionen einwirbt. Weitere Mittel fließen für „Sondertatbestände“, wodurch die Summe von 1,4 Milliarden Euro jährlich übertroffen wird.

Bauförderung für Fachhochschulen

Jenseits des Hochschulpakts fließen etwa 300 Millionen Euro pro Jahr über den Bund-Länder-Hochschulpakt an die hessischen Unis. Jährlich 92 Millionen Euro gibt Hessen für die Verbesserung der Lehre – das sind Mittel, die den Hochschulen die Einnahmen aus den wieder abgeschafften Studiengebühren ersetzen sollen.

Für Bauten an den Hochschulen kommen in den nächsten fünf Jahren fast 500 Millionen Euro hinzu. Dabei würden die Fachhochschulen besonders gefördert, die einen Nachholbedarf aufholen müssten, sagte Rhein.

An einer Stelle hat das Ministerium die Berechnung des Grundbudgets geändert. Um das Geld zwischen den Hochschulen aufzuteilen, zählt nur noch die Zahl der Studierenden im Erststudium. Studierende in einem Zweitstudium spielen keine Rolle mehr. Im Ministerium herrscht der Verdacht, dass viele von ihnen sich nur einschrieben, um günstig versichert zu bleiben oder das Studi-Ticket im Nahverkehr nutzen zu können. Denn nicht einmal drei Prozent der Studierenden in einem Zweitstudium machten darin auch einen Abschluss, heißt es.

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