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Bibliotheken und Sekretariate Belastung in der Hochschulverwaltung wächst

Die Opposition im Landtag kritisiert die Lage der Mitarbeiter in Bibliotheken und Sekretariaten - und fordert die Landesregierung zum Handeln auf.

Johann Wolfgang Goethe-Universität
Mehr Studierende heißt mehr Arbeit für die Verwaltung. Foto: Michael Schick

Die Situation der Mitarbeiter im administrativen und technischen Bereich der hessischen Hochschulen habe sich verschlechtert. Das kritisiert die Opposition im Landtag und fordert die Landesregierung zum Handeln auf. Rund 12.000 Beschäftigte arbeiteten in den Bibliotheken, der Verwaltung oder dem technischen Bereich. Ohne ihren Einsatz würden Studierende nicht betreut und auch an die wissenschaftliche Arbeit wäre nicht zu denken.

Die Aufgaben der nichtwissenschaftlichen Mitarbeiter würden zunehmend komplexer, sagt SPD-Abgeordnete Daniela Sommer. Bei Sekretariats-Arbeiten etwa nähmen die Anforderungen an Fremdsprachen zu. Auch die Verwaltung von Drittmitteln und IT-Aufgaben gehöre verstärkt zum Arbeitsbereich. „Trotz der steigenden Anforderungen wird das Gehalt nicht angepasst“, sagt Sommer. Abgeordnete ihrer Fraktion hatten eine Große Anfrage an die Landesregierung zur Situation der nichtwissenschaftlichen Beschäftigen an hessischen Universitäten gestellt.

„Das größte Problem ist die Verdichtung von Arbeit“

Außerdem sei deren Zahl nicht adäquat zu der der Studierenden und wissenschaftlichen Beschäftigten gestiegen, kritisiert die SPD-Politikerin. Folge: Überlastung in der Verwaltung.

Dass trotz der vielen Studierenden nicht mehr administrative und technische Beschäftigten eingestellt würden, kritisiert auch Verdi-Gewerkschaftssekretär Gabriel Nyc auf FR-Nachfrage. „Das größte Problem ist die Verdichtung von Arbeit“, sagt Nyc. Das führe auch zu steigender psychosozialer Belastung.

„Wir sehen eine zunehmende Prekarisierung an den Hochschulen“, sagt Janine Wissler, Fraktionsvorsitzende der Linken, während der Debatte über die SPD-Anfrage im Landtag. Sie kritisiert insbesondere eine zunehmende Befristung der Stellen. Der Grund hierfür liege in der Finanzierung der Hochschule. „Befristete Mittel führen zu befristeten Beschäftigungen“, sagt sie. Sie sieht die Landesregierung in der Pflicht, die für ein ausreichendes Grund-Budget der Hochschulen aufkommen müsse. Gewerkschafter Gabriel Nyc fordert eine berechenbarere Finanzierung der Hochschulen.

Eine zunehmende Befristung der Stellen kritisiert auch die SPD-Politikerin Sommer. „Wir müssen sie verringern, prekäre Entlohnung beenden und die Gehälter der Arbeit angleichen“, sagt sie.

Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) weist die Kritik zurück: „Wir haben bezüglich der Arbeitszeit und der Arbeitsorte in den letzten Jahren einiges erreicht.“ Die Hochschulen wollten ihre Attraktivität außerdem weiterhin steigern. Laut der Landesregierung bieten alle hessischen Hochschulen unterschiedliche Formen der flexiblen Arbeitszeiten für Beschäftigte im nichtwissenschaftlichen Bereich an. Meistens könne auch zeitweilig von zu Hause aus gearbeitet werden.

Außerdem könnten die Beschäftigten auf Angebote wie Kindertagesstätten und auch kurzfristige Kinder-Betreuung zurückgreifen. In den Kitas würden jedoch vordringlich Kinder von Studierenden und Promovierenden aufgenommen, räumt die Landesregierung ein.

Der Wissenschaftsminister spricht von „positiven Impulsen durch Zielvereinbarungen“, die gemeinsam mit den Hochschulen entstanden seien. Weitere Einflussnahme lehnt er ab: „Wir wollen nicht in den internen Bereich der Autonomie eingreifen, das würde den Hochschulen schaden.“

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