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Berlin/Frankfurt Hessische Wissenschaftler publizieren bei Raubverlagen

Hessische Wissenschaftler sind offenbar in einen weltweiten Skandal um pseudo-wissenschaftliche Zeitschriften und Konferenzen verstrickt.

19.07.2018 15:35
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Auch Darmstädter Wissenschaftler sind in den Skandal verstrickt. Foto: Enrico Sauda

Auch hessische Wissenschaftler sind Medienberichten zufolge in einen weltweiten Skandal um scheinwissenschaftliche Zeitschriften und Konferenzen verstrickt. Nach einem Bericht des Senders hr-info vom Donnerstag handelt es sich um mindestens 70 Wissenschaftler unter anderem der Universitäten Frankfurt, Kassel und Darmstadt. Ihre Namen tauchten teils als Autoren in fragwürdigen Zeitschriften auf. Weltweit gehe es um rund 400 000 Forscher, deutschlandweit um mehr als 5000, berichten die Sender NDR, WDR und das „Süddeutsche Zeitung Magazin“.

Die Betroffenen publizierten Ergebnisse gegen Zahlung teilweise hoher Gebühren in Internet-Journalen, die von Unternehmen in Südasien, der Golfregion, Afrika oder der Türkei herausgegeben werden. Diese sogenannte Raubverlage achteten grundlegende Regeln der Qualitätssicherung nicht, hieß es. Es hätten auch Autoren gezielt solche Verlage genutzt, um Forschungsbeiträge schnell zu veröffentlichen. Die Beiträge seien oft mit öffentlichen Geldern finanziert worden.

Die Verlage werben demnach auch für Konferenzen, die gar nicht stattfinden. hr-info berichtete von einem Darmstädter Wissenschaftler, der für eine angebliche Fachkonferenz in San Francisco eine Teilnahmegebühr in Höhe von 450 Euro überwies.

Die TU Darmstadt erklärte, die Namen einiger ihrer Wissenschaftler fänden sich in Listen der Publikationen von Raubverlagen und von Raubverlegern organisierten Konferenzen. Ob es sich in allen Fällen um eine aktiv betriebene und autorisierte Publikation handele, sei noch nicht klar. (dpa/lhe) 

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