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Antisemitismus in Hessen Zeit für Antisemitismus-Beauftragten ist knapp

Wenn der hessische Antisemitismus-Beauftragte Felix Semmelroth etwas bewegen will, benötigt er das Vertrauen der jetzigen und der kommenden Landesregierung. Ein Kommentar.

Kippa
Ein Kippa-Träger bei einer Demonstration gegen Antisemitismus. Foto: epd-bild / Christian Ditsch

Es ist beunruhigend, dass sich jüdische Menschen in Hessen nicht überall willkommen und sicher fühlen können. Nur manchmal wird ein spektakulärer Angriff bekannt. Aber genauso dringend ist es, gegen den alltäglichen Antisemitismus vorzugehen. Das haben die Erfahrungsberichte von betroffenen Schülern und Sportlern, die jüngst zu einer Kabinettssitzung eingeladen waren, eindrucksvoll belegt. Nun hat die schwarz-grüne Landesregierung gehandelt und den ehemaligen Frankfurter Kulturdezernenten Felix Semmelroth zum Beauftragten gegen Antisemitismus ernannt.

Die Landesregierung folgt damit der Bundesregierung, die ebenfalls in diesem Jahr erstmals einen Beauftragten gegen Antisemitismus berufen hat. Im Bund hatte die Legislaturperiode allerdings gerade begonnen, so dass der Beauftragte Felix Klein noch fast vier Jahre arbeiten kann. In Hessen hingegen geht die Wahlperiode zu Ende. Wenn Semmelroth also wirklich etwas bewegen will, benötigt er nicht nur das Vertrauen der jetzigen, sondern auch das der kommenden Landesregierung. Zudem braucht er Bündnispartner von den Jüdischen Gemeinden über die Bildungsstätte Anne Frank bis zu Antidiskriminierungsstellen. Dafür ist die Zeit arg knapp. Daher ist es für Semmelroth ein Start ins Ungewisse.

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