Lade Inhalte...

Amnestie Weniger Schusswaffen in Hessen abgegeben

In Hessen wurden deutlich weniger illegale Waffen abgegeben als im Jahr 2009. Dabei ist die Rückgabe straffrei.

Zerstörung einer Schusswaffe
Amtliche Zerstörung einer Schusswaffe. Foto: rtr

Die Möglichkeit zur straffreien Abgabe von Schusswaffen ist diesmal von deutlich weniger Hessen genutzt worden als 2009. Vom vergangenen Juli bis Ende April wurden 789 illegale Waffen abgegeben. Während der Amnestie 2009 waren es noch mehr als 2600 illegale Schusswaffen gewesen. Auch in Frankfurt bestätigt sich dieser Trend. Bis Anfang Juni wurden beim Ordnungsamt an erlaubnispflichtigen Waffen ein Repetiergewehr, eine Doppelflinte, fünf Pistolen, drei Revolver und 200 Schuss Munition abgegeben. Dazu kommen Waffen und Waffenteile, die gar nicht erlaubnispflichtig sind, von den Bürgern aber trotzdem abgegeben wurden. Darunter waren acht Luftgewehre und 16 Gas- oder Schreckschusswaffen.

Die illegalen Schusswaffen können allerdings auch bei der Polizei direkt abgegeben werden. Die einzelnen Polizeipräsidien sammeln die Waffen und schicken sie dann nach Wiesbaden. Dort werden sie beim Landeskriminalamt (LKA) zentral erfasst und untersucht. „Wir wollen sicherstellen, dass mit der Waffe zuvor kein Schindluder getrieben wurde“, so LKA-Sprecher Christoph Schulte. Denn es soll natürlich nicht passieren, dass Waffen, die bei Straftaten benutzt wurden, von der Polizei höchstselbst entsorgt werden. Nach der Untersuchung durch das LKA werden die Waffen vom Präsidium für Technik, Logistik und Verwaltung vernichtet.

Wo kommen die Waffen her?

Die Waffen, die freiwillig abgegeben werden, kommen häufig von Erben, die die Schusswaffen im Nachlass entdeckt haben. Michael Jenisch vom Ordnungsamt Frankfurt erläutert das Vorgehen: „In der Regel rufen die Erben bei uns an. Wir holen die Waffen dann vor Ort ab.“

Doch nicht in allen Fällen geht die Rückgabe von Schusswaffen nur auf die Eigeninitiative der Besitzer zurück. Die Frankfurter Stadtpolizei unternimmt regelmäßig Stichproben bei den 10 243 Bürgern, die legal Waffen besitzen, und kontrolliert, ob die Waffen zu Hause ordnungsgemäß aufbewahrt werden. Dazu gehört, Waffen und Munition getrennt voneinander aufzubewahren. Dazu muss die Waffe in einem einbruchsicheren Behältnis aufbewahrt werden. „Eine abschließbare Schublade reicht nicht aus“, betont Jenisch. Bei solchen stichprobenartigen Hausbesuchen hat die Stadtpolizei allein im vergangenen Jahr 43 Gewehre und 66 Pistolen oder Revolver in die Hand gedrückt bekommen, die die Besitzer nicht mehr haben wollten.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen