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Alternative für Deutschland AfD-Landesvorsitzender ist falscher Dr.

Beim Landesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) in Gießen am Samstag dürfte es hoch hergehen. Die Partei muss einen neuen Vorstand wählen. Der Schatzmeister wurde seines Amtes enthoben, wie auch einer der Landesvorsitzenden. Der räumt nun erstmals Fehler ein.

09.01.2014 13:26
Kein Doktor und auch kein Professor: Volker Bartz. Foto: dpa

Bei der Alternative für Deutschland (AfD) knirscht es – und in Hessen besonders laut. Zwei Tage vor dem Landesparteitag der eurokritischen Partei in Gießen räumt der seines Amtes enthobene Landesvorsitzende Volker Bartz erstmals ein, dass seine akademischen Titel falsch waren. Am Samstag will er „aus- und zurücktreten“, wie er am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa sagte.

In einer Mail an Bundesparteichef Bernd Lucke, die dpa vorliegt, schreibt Bartz, er sei „wohl einem Betrüger aufgesessen“. Ein Promotionsvermittler habe ihm angeboten, seine Arbeit in Osteuropa „unterzubringen“ und ihm dann „Verleihungsurkunde mit Originalstempeln, Übersetzung und Apostille etc.“ zugeschickt. Er sei davon ausgegangen, „dass es wohl seine Richtigkeit haben müsste“. Inzwischen habe er Professor- und Doktor-Titel niedergelegt.

In seiner Mail griff Bartz Lucke an: „Sie hätten mir das natürlich auch persönlich mitteilen können, aber Sie wollten mich ja medial vernichten, oder?“ Lucke hatte Bartz‘ vermeintlichen Titelmissbrauch öffentlich gemacht. An die „Mitglieder und Förderer der Alternative für Deutschland in Hessen“ schrieb dieser Anfang Januar, es bestehe „kein vernünftiger Zweifel daran, dass Herr Bartz ein Hochstapler und Titelbetrüger ist“. Der Bundesvorstand erhob ihn des Amtes und leitete ein Parteiausschlussverfahren ein.

Bartz war erst am 15. Dezember zu einem von insgesamt drei Vorstandssprechern gewählt worden. Noch am 2. Januar hatte er in Interviews betont, dass er seine Titel – Dr. der Universität Warschau und Prof. hc der Universität Sofia – rechtmäßig erworben habe. Kurz vor Weihnachten hatte der AfD-Bundesvorstand auch Landes-Schatzmeister Peter Ziemann seines Amtes enthoben. Diesem werden rechtsextreme Äußerungen vorgeworfen. Die AfD hatte bei der hessischen Landtagswahl 4,1 Prozent der Stimmen geholt. (dpa)

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