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AfD in Hessen AfD soll nicht über Wehrmacht reden

Die Strömung „Alternative Mitte“ in der hessischen AfD dringt auf Mäßigung. Die Parteispitze lehnt eine „Partei in der Partei“ ab.

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AfD-Parteisprecher Peter Münch diskutiert die Positionierung der „Alternativen Mitte“ (AM). Foto: Michael Schick

In der hessischen AfD gärt der Streit über den künftigen Kurs und die Art der Zusammenarbeit weiter. Parteisprecher Peter Münch warf der am Wochenende neu gegründeten Strömung „Alternative Mitte“ (AM) vor, sie beanspruche, „die bessere AfD zu sein“. Das werde die Partei nicht zulassen. Eine „Partei in der Partei“ werde nicht geduldet.

Die AM hatte am Montagabend ein vierseitiges Papier veröffentlicht. Darin warnte sie ihre Parteifreunde davor, Personen mit radikalen Positionen in den Bundesvorstand der AfD zu wählen. Darin sollten nicht Menschen mit Themen sitzen, die „geeignet sind, um die AfD an den Rand der Verfassungstreue zu bringen“, heißt es in einem Offenen Brief an Mitglieder und Bundesdelegierte.

„Wir wollen uns mit den wichtigen Zukunftsfragen unseres Landes befassen. Geschichtsaufarbeitung gehört nicht dazu“, heißt es in dem Text. „Wir wollen nicht reden von der Kriegsschuldfrage, von der Wehrmacht oder vom Schuldkult.“

Die hessische AM steht zum Recht auf Asyl, bezeichnet es jedoch als „Schutz auf Zeit“. Sie bekennt sich zum Grundgesetz und der dort verankerten Religionsfreiheit. Man lehne „einen radikalen, politischen Islam“ ab, aber nicht die Muslime, „die sich in großer Zahl als Bürger unseres Landes integriert haben und ihren Glauben auf eine moderne, angepasste Weise praktizieren“.

Die Abgrenzung der AM erinnert an die Haltung der früheren AfD-Bundesvorsitzenden Frauke Petry. Sie war nach ihrer Wahl in den Bundestag aus der Partei ausgetreten. Die „Alternative Mitte“ betont, sie wolle keine erneute Spaltung der Partei. „Darum haben wir nicht die Partei verlassen, sind nicht Frauke Petry gefolgt.“

Parteisprecher Münch kritisierte die Positionierung. Die Kernthemen der AfD seien in einem mühevollen Prozess in der Programmdiskussion und auf Bundesparteitagen formuliert worden, sagte er der Frankfurter Rundschau am Dienstag. Dort hätten sich die Sprecher der hessischen AM nach Münchs Ansicht einbringen sollen, statt nachträglich eigene Formulierungen vorzulegen.

Zur Gründung der hessischen AM in Oberursel waren nach Angaben der Organisatoren lediglich 14 stimmberechtigte Mitglieder erschienen. Peter Münch berichtete, dass sich zur gleichen Zeit deutlich mehr als 100 AfD-Mitglieder in Fulda getroffen hätten, um über eine „Verbesserung der Kommunikation in der Mitgliedschaft“ zu diskutieren. Dazu hätten der stellvertretende Landessprecher Manfred Mattis und der Fuldaer Kreissprecher Dietmar Vey eingeladen. Man wolle das zu einer regelmäßigen Einrichtung machen, kündigte Münch an.

Ein Ziel bestehe darin, dass sich Kandidatinnen und Kandidaten für Ämter in der Partei schon vor Parteitagen bei den Mitgliedern vorstellen könnten. So hätten in Fulda mehrere Teilnehmer erklärt, dass sie beim Parteitag am 11. und 12. November in Gießen für den Landesvorstand kandidieren wollten.

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