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AfD-Aussteiger „Eine Partei, die das Land spaltet“

Heiko Leimbach war bis vor wenigen Monaten Kreissprecher der AfD im Landkreis Fulda. Nun ist er aus der Partei ausgetreten. Im FR-Interview erhebt er schwere Vorwürfe gegen die AfD.

AfD
Nie wieder Höcke – das Motto, das hier bei einer Anti-AfD-Demo in Köln zu lesen war, beschreibt auch die Gründe für Heiko Leimbachs Austritt ganz gut. Foto: rtr

Warum auch nicht? Der Fuldaer AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann hat erst jüngst bei einer öffentlichen Veranstaltung die „Identitäre Bewegung“ gelobt. Später sprach er von einem Missverständnis.
Das ist eine gezielte Masche erfahrener AfD-Politiker. Als er das gesagt hat, hat er im Saal 100 Prozent Zustimmung erhalten. Auf einem Video der Veranstaltung sieht beziehungsweise hört man das: am Applaus des Publikums. Darunter sind viele Sympathisanten der Identitären. Da kommt das natürlich gut an.

Ihr Austritt wird begleitet von einer persönlichen Auseinandersetzung mit Dietmar Vey. Sie haben ihn angezeigt, auch wenn er die von Ihnen erhobenen Vorwürfe bestreitet.
Mehrere AfD-Mitglieder haben ihn angezeigt, weil er mich und sie am 5. Mai bei einer Mitgliederversammlung übelst beleidigt hat. Da war von „dreckigen Waschweibern“ und „einer Schande für die Partei“ die Rede. Mich persönlich hat er einen Lügner genannt. Dem vorausgegangen ist, dass er – so interpretiere ich es – versucht hat, uns mundtot zu machen. Vey hat eigenmächtig und ohne Vorstandsbeschluss Abmahnungen gegen Mitglieder, die ihm kritisch gegenüberstehen, ausgesprochen. Der Gipfel aber war, dass in den letzten Tagen von seiner E-Mailadresse aus Drohungen gegen die betreffenden Personen versendet wurden - auch mir.

Es wird nicht nur gegen Herrn Vey ermittelt. Ein ehemaliges Mitglied der AfD und der Jungen Alternative in Fulda steht im Verdacht, einen falschen Notruf abgesetzt zu haben, um den Sprecher des Bündnisses „Fulda stellt sich quer“, Andreas Goerke, zu terrorisieren. Darin soll er behauptet haben, Goerke habe seine Frau bestialisch ermordet. Wann haben Sie das erste Mal davon gehört, dass möglicherweise ein Parteimitglied hinter all dem steckt?
Das war im Kreisverband sehr vielen Menschen bekannt. Das Gerücht zumindest. Ich weiß nicht, ob die geglaubt haben, dass der nur Sprüche klopft, oder ob die das totschweigen wollten. Gemacht hat zunächst niemand etwas. Letztlich aber hat der Verdächtige gegenüber einem Mitglied mit der Tat geprahlt und dabei Details genannt. Das Mitglied ist dann – nach langem Zögern – zur Polizei gegangen. Mehrere Personen aus dem Kreisvorstand wussten da schon lange von den Vorwürfen. Deshalb hat man den Verdächtigen auch dazu gedrängt, Ende 2017 aus der Partei auszutreten.

Da waren Sie noch Kreissprecher; haben Sie auf ihn eingewirkt?
Nein. Ich stand ihm von Beginn an kritisch gegenüber und wollte einfach nichts mit ihm zu tun haben.

Wie geht es für Sie weiter?
Wir müssen mal abwarten, was passiert. Aber ich werde den Schritt, den ich gemacht habe, konsequent weiterverfolgen und die Zustände in der AfD öffentlich machen. Das ist eine Partei, die das Land spaltet und die Menschen verroht.

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