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Kurpark Bad Soden Bunte Gespinste in alten Platanen

Die Frankfurter Künstlerin Daniela Orben zeigt Bauminstallationen im denkmalgeschützten Kurpark in Bad Soden.

Installation in Bad Soden
Daniela Orben bekommt Hilfe beim Aufhängen ihrer filigranen Kunstwerke. Foto: Carlo Wespe

Die filigranen Kunstwerke sind auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen. Erst beim genaueren Hinschauen werden die zarten Gespinste der Frankfurter Künstlerin Daniela Orben in riesigen Baumkronen der Platanen im Alten Bad Sodener Kurpark sichtbar. Genau so hat es Daniela Orben auch gewollt. Kunst und Natur sollen hier in den nächsten Monaten eine Symbiose eingehen. Die von ihr in wochenlanger Arbeit kunstvolle gebogenen und mit Schnüren zusammengebundenen Weinreben sollen nicht auffallen, sondern ein Bestandteil des Baumes werden. Einzig die Neonfarben, mit denen die Gespinste besprüht sind, leuchten zwischen den grünen Blättern der alten Baume hervor. Und wenn eines der Rebenmobiles im Wind schaukelt, ist erkennbar, dass hier Menschenhand am Werk war und nicht nur die Natur.

„Verwoben...fast verwurzelt“ ist der Titel der Ausstellung, die am morgigen Sonntag in Bad Soden eröffnet wird. Die Exponate von Daniela Orben zieren nicht nur drei mehr als 100 Jahre alte, denkmalgeschützte Laubbäume im Alten Kurpark. Arbeiten der Frankfurterin sind auch in der Stadtgalerie im Badehaus zu sehen. Rauminstallationen und Gemälde von ihr werden dort bis Ende Juli gezeigt. Orbens Bauminstallationen sind anschließend noch bis Ende Oktober im Kurpark zu sehen.

Um die Rebengespinste an den Ästen der Platanen zu befestigen, brauchte Daniela Orben Unterstützung. Mit einem Hubsteiger wurden die Kunstwerke vor einigen Tagen in die Baumkronen geschafft. Vom Boden aus dirigierte die Künstlerin Galerist Peter Elzenheimer zu genau den Ästen, auf die sie die Rebengespinste hängen wollte. Zuvor hatte die Künstlerin mit den Verantwortlichen im Bad Sodener Rathaus im Detail abgesprochen, welche Bäume für die Installationen in Frage kamen.

Warum sie ausgerechnet Weinreben verwendet, um ihre kunstvollen Gespinste herzustellen? Die Antwort der Künstlerin kommt prompt: Sie sei als Tochter eines Winzers in Bad Kreuznach aufgewachsen, erzählt Daniela Orben. „Ich habe deshalb eine enge Beziehung zum Weinbau.“ Die Reben stammen alle vom Weingut ihrer Familie. Im Winter wurden sie geschnitten. Manche waren mehrere Meter lang. In ihrem Atelier in Frankfurt hat Orben die Installationen anschließend fertig gemacht.

Als pure Dekorationsobjekte versteht Daniela Orben die 18 Gespinste nicht, die jetzt an Rebschnüren im Alten Kurpark hängen. „Die Bäume sind von Natur aus schön, man muss sie nicht extra schmücken“, sagt sie. Deshalb treten ihre Gespinste auch dezent in den Hintergrund, fügen sich in das Blätterwerk ein, das jetzt grün ist und sich im Herbst bunt färben wird.

Im Laufe der Wochen werden sich die Installationen womöglich verändern, sich bei Regen, Wind und Sonnenschein dem Lauf der Natur anpassen. Laub wird sich darin verfangen, ein Vogel wird vielleicht darauf rasten. „Das ist alles erlaubt und gut so“, sagt Daniela Orben. „Meine Kunst ist lebendig. Sie kann sich im Einklang mit der Natur weiterentwickeln.“

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