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Kultusministerin Henzler Sparen bei der Lehrerbildung

Weniger Referendare, weniger Schulämter: Das Kultusministerium will massiv bei der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften sparen. Der Frankfurter Rundschau liegt ein Papier vor, das die Einsparpläne detailliert beschreibt.

Schüler in Hessen Foto: dapd

Demnach sollen künftig nur noch 4300 Referendare (Lehrer im Vorbereitungsdienst) eingestellt werden. Zurzeit sind es rund 1000 mehr. Dadurch ließen sich etwa 150 Ausbilderstellen einsparen. Insgesamt ergibt sich daraus ein Einsparvolumen von 23 Millionen Euro im Jahr.

Zudem soll die Zahl der Studienseminare, die für die Ausbildung der Referendare zuständig sind, von 30 auf dann 20 verringert werden. Die Zahl der Standorte der Studienseminare soll von 17 auf 12 sinken. In diesem Schritt sollen 20 weitere Stellen für Seminarleiter und deren Stellvertreter wegfallen.

Gerupft werden soll auch das Amt für Lehrerbildung (AfL), das seinen Sitz in Frankfurt hat. Dort sollen von 268 Verwaltungsstellen 103 gestrichen werden. Das AfL soll organisatorisch mit dem Institut für Qualitätsentwicklung (IQ) in Wiesbaden zusammengelegt werden.

Dieses neue Institut soll Amt für Qualitätsentwicklung und Lehrerbildung (AQL) heißen. Die Koordination der Fortbildung von Lehrkräften, bislang in der Hand des AfL, soll von einem noch zu bildenden zentralen Schulamt wahrgenommen werden.

Auf Nachfrage sagte IQ-Leiter Bernd Schreier, von solchen Fusionsplänen sei ihm nichts bekannt. Bei Sparbemühungen dürfe aber nichts tabu sein – allerdings müsse die Qualität stimmen und die Aufgaben müssten erfüllt werden können. AfL-Leiter Frank Sauerland befindet sich in Urlaub.

Die Sparliste des Kultusministeriums macht auch vor den Staatlichen Schulämtern (SSA) selbst nicht halt. Künftig sollen hessenweit sechs solche Ämter für die Schulaufsicht zuständig sein, heute sind es noch 15. Bereits seit einiger Zeit werden Stellen in den Ämtern in Erwartung von Sparmaßnahmen nicht mehr besetzt – so etwa die Leitung des Staatlichen Schulamts in Hanau. Vereinzelt haben Schulamtsmitarbeiter und Personalvertreter auch schon gegen mögliche Schließungspläne protestiert. Auch machen sich Landräte und Oberbürgermeister für den Verbleib des Schulamtes an seinem jeweiligen Standort stark.

Anlass für die Sparliste sind die Anforderungen von Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) an die Leiter der Ministerien. So muss Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) im nächsten Haushalt 68,3 Millionen Euro einsparen. Dies entspricht mehr als 1300 Lehrerstellen.

Ministerin Henzler hatte immer wieder versprochen, nicht an den Schulen direkt sparen zu wollen, sondern in der Schulverwaltung und -aufsicht. Hervorgegangen sind die Sparvorschläge aus der Vorlage einer vom Ministerium eingesetzten Kommission. Auf einer Klausurtagung, die Ende März im idyllisch gelegenen Waldhotel Rheingau in Geisenheim stattfand, wurden daraus konkrete Sparvorschläge erarbeitet.

Wie viel das Kultusministerium tatsächlich sparen müsse, stehe erst im Sommer fest, teilte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage mit. Geprüft werde dabei auch, ob Standorte von Schulämtern eingespart werden könnten. Konkrete Ergebnisse könne man aber noch nicht präsentieren.

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