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Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main Ein unvollendetes Projekt

Das größte Manko des Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main ist: Dieses Projekt ist sträflich unvollendet. Der Kommentar.

Transit bewegt Rhein-Main
Ein Saxofonspieler im Staatspark Hanau-Wilhelmsbad, auch eine „Transit“-Aktion. Foto: Rolf Oeser

Bei der Regionalpolitik im Großraum Frankfurt/Rhein-Main klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Es vergeht kaum ein Tag, an dem Spitzenpolitiker wie etwa der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) nicht den Zusammenhalt in der Region beschwören.

Die Wahrheit sieht schon seit Jahrzehnten anders aus. Die lokalen Egoismen, die  immer wieder kritisierte Kirchturmpolitik, sie wirken fort. Das zeigt sich gerade jetzt wieder bei dem Projekt der Stadt Frankfurt, in ihrem Norden einen neuen Siedlungsschwerpunkt für bis zu 30 000 Menschen zu entwickeln. Die Anrainergemeinden proben den Aufstand gegen diese Pläne, lokale CDU-Verbände mobilisierten gar zu einem Sternmarsch gegen den neuen Stadtteil.

Jenseits dieses beklagenswerten Populismus ist der Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main eines der wenigen Beispiele für erfolgreiche Regionalpolitik. Seit zehn Jahren funktioniert diese Zusammenarbeit von Land Hessen, Kernstadt Frankfurt und anderen Kommunen und Landkreisen.

Sie funktioniert manchmal allerdings nur mühsam. Teilnehmer der Gremiensitzungen des Kulturfonds berichten gelegentlich von langem Ringen hinter verschlossenen Türen um einzelne Förderungen.

Und doch haben die Politiker offenbar begriffen, dass die Kultur im wachsenden europäischen Wettbewerb der Regionen ein ganz wesentlicher Standortfaktor ist. Dass Kulturförderung auch nicht gegen Subventionen für soziale Einrichtungen ausgespielt werden darf. Denn wer auf kulturelle Bildung setzt, kann spätere Sozialausgaben verhindern.

Das größte Manko des Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main ist: Dieses Projekt ist sträflich unvollendet.

Leider haben bisher viele Städte und Kreise der Region nicht den Mut aufgebracht, dem Kulturfonds beizutreten. Das sollte, nein, das muss sich in den nächsten zehn Jahren unbedingt ändern.

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