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Kronberg Academy Musik aus sechs Ländern

Die Kronberg Academy lädt erstmals zu einem Wandelkonzert ein. Organisiert haben es drei Frauen, die dort ein Freiwilliges Soziales Jahr machen.

Wandelkonzert
Megumi Hashiba (links) aus Japan und Ziyu Shen aus China spielen in der Galerie Einbaum. Foto: Michael Schick

Sechs Stationen, sechs Nationen. Frankreich, Ägypten, Weißrussland, China, Griechenland und die USA – rote Teppiche auf dem Pflaster weisen  den Weg durch die Kronberger Altstadt zu den Orten, an denen es die jeweils landestypische Musik zu hören gibt. Es ist das erste Wandelkonzert, das die Kronberg Academy organisiert hat. Und es sind nicht wenige Zuhörerinnen und Zuhörer – geschätzte 300 –, die sich am frühen Nachmittag auf dem Schirnplatz sammeln.

Bei dem Projekt wollen die Studierenden der Academy den Menschen zeigen, „wer hier lebt, arbeitet und übt“, erklärt Emily Winter bei einem Gespräch im Hof vor der Musikakademie. Sie macht derzeit ihr Freiwilliges Soziales Jahr Kultur (FSJ) in der hiesigen Öffentlichkeitsarbeit und hat zusammen mit zwei Kolleginnen, die ebenfalls ein FSJ machen, das Wandelkonzert organisiert. Es ist ihr gemeinsames Abschlussprojekt.

Anfang Januar begann die Organisation. Emily Winter machte zum Beispiel den Flyer mit dem Titel „Komm in meine Welt! Eine musikalische Weltreise durch Kronberg.“ Die junge Frau, 18 Jahre ist sie alt, ist die erste, die in der Abteilung Kommunikation der Academy das FSJ macht.

Die Menge am Schirnplatz teilt sich in vier Gruppen, jede beginnt mit einer anderen Station. Im Restaurant „Zum Grünen Wald“ am Schirnplatz drängen sich zig Menschen, um Ivan Karizna aus Weißrussland zuzuhören. Er spielt auf dem Violoncello zwei Stücke und erzählt hernach, wie er sich in Kronberg fühlt. Besonders die Natur gefalle ihm, sie erinnere ihn an seine Heimat.

Die meisten der jungen Musikerinnen und Musiker an der Academy sind fern davon. Doch sind sie nicht alleine. Insgesamt 25 Studierende aus 22 Ländern lernen derzeit hier, es gibt multinationale Wohngemeinschaften der Akademie, andere der Künstler sind bei Gasteltern untergebracht. Auch die ältere Dame, die mit einer fünfköpfigen Gesellschaft zum Konzert gekommen ist, ist eine ehemalige Gastmutter. Dai Miyata wohnte einst bei ihr. Der Japaner ist Cellist, studierte unter anderem in Tokio, in Genf und in Kronberg. und spielt mittlerweile Solokonzerte auf internationalen Bühnen.

Und weil die private Ausbildungsstätte für klassische Musik regelmäßig Weltklasse-Künstler hervorbringt, locken deren Auftritte viele Besucher an. Für die baut die Akademie am Kronberger Bahnhof derzeit einen Konzertsaal.

Im „Grünen Wald“ bekommen die Gäste zum Abschied Watruschki gereicht, kleine Quark-Gebäcktaschen, die in Weißrussland gerne gegessen werden. Auch an den anderen Stationen gibt es landestypische Spezialitäten, Falaffeln für Ägypten oder Quiche für Frankreich.

Nach rund zwei Stunden sind die Zuhörer zu allen Stationen hingewandelt. Das Wetter hat gehalten. Die Regencapes für die Gäste, die Emily Winter und ihre Kolleginnen dabei hatten, mussten nicht ausgepackt werden. Doch das war es nicht alleine, weshalb die FSJlerin zufrieden ist. „Ich war schon sehr, sehr aufgeregt, eigentlich hat das gestern schon angefangen“, sagt sie. Doch noch während der musikalischen Reise habe sich die Aufregung gelegt. „Es waren viel mehr Leute da, als wir erwartet hatten. Ich bin sehr, sehr begeistert.“

Dem schließt sich Holger Heuermann, der Pressechef der Akademie, an. „Wir wurden überrannt und überrollt.“ Besonders habe ihm „das Nahbare“ der Veranstaltung gefallen. „Das war berührend.“ So viele Menschen hätten Gefallen gefunden an dem Konzert, das „so unakademisch“ rübergekommen sei.

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