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Vorgetäuschter Tankstellenüberfall Mann will in Haft und bekommt Geldstrafe

"Überfall! Rufen sie sofort die Polizei!" Ein Mann täuschte einen Tankstellenüberfall vor, weil er unbedingt ins Gefängnis wollte, um aus Obdachlosigkeit und Drogensucht herauszukommen. Das Amtsgericht Frankfurt verurteilt ihn zu 1000 Euro Geldstrafe.

24.02.2016 19:30
Mit dem vorgetäuschten Überfall auf eine Tankstelle löst der Angeklagte eine größere Polizeiaktion aus. (Symbolbild) Foto: dpa

Weil er unbedingt ins Gefängnis wollte und deshalb einen Tankstellenüberfall vortäuschte, hat das Amtsgericht Frankfurt einen Mann zu 1000 Euro Geldstrafe (100 Tagessätze) verurteilt. Das Gericht ging am Mittwoch von Nötigung und Vortäuschen einer Straftat aus. Der 44-Jährige war im September 2015 in die Tankstelle gestürmt und hatte gerufen: «Überfall! Rufen Sie sofort die Polizei!». Bevor er sich eine Flasche Wodka aus dem Regal nahm, fragte er den Verkäufer um Erlaubnis. Bei der Polizei gab der depressive Mann an, er sehe den Aufenthalt in Haft als einzige Chance, aus Obdachlosigkeit und Drogensucht herauszukommen.

Vor Gericht sagte der Mann allerdings, er habe nun eine Wohnung und auch an einer Therapie teilgenommen, so dass er nicht mehr in Haft wolle. Laut Urteil fehlte es dem Mann ohnehin am Willen, sich zu bereichern und den Verkäufer wirklich zu bedrohen. Deshalb liege keine Raubstraftat vor. Mit dem vorgetäuschten Überfall aber habe der Angeklagte eine größere Polizeiaktion ausgelöst - «die Polizeikräfte wären anderswo sicher besser aufgehoben gewesen», hieß es im Urteil. (dpa/lhe)

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