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Totschlags-Prozess in Hanau Frau tötet Partner und zerstückelt ihn

2. UpdateEine Frau soll in Steinau (Main-Kinzig-Kreis) ihren Lebensgefährten erstochen und anschließend die Leiche zerstückelt haben. Vor Gericht gesteht sie die Tat und kündigt sie eine Stellungnahme an.

Prozess um Mord an Lebensgefährten
Mit einem Aktenordner verdeckt die Angeklagte, die ihren Lebensgefährten erstochen und die Leiche zerstückelt haben soll, ihr Gesicht zu Beginn des Prozesses vor dem Landgericht Hanau. Foto: Jörn Perske (dpa)

Ohne ersichtlichen Grund“ habe Tanja B. am Nachmittag des 5. Juni auf ihren Lebensgefährten eingestochen, 31-mal, in Hals, Brust, Bauch und mindestens fünfmal in den Rücken, sagt Oberstaatsanwalt Dominik Mies. Die Stiche mit der 19,5 Zentimeter langen Klinge durchtrennten die Halsschlagader und das Kehlkopfskelett; Martin F. blutete aus und erstickte. Dann teilte sie den 47-Jährigen mit zwei Elektromotorsägen in sechs Stücke.

Die Anklageschrift, die Mies am Freitag beim Prozessauftakt am Landgericht Hanau verliest, erinnert an besonders grausame Szenen aus Horrorfilmen. Doch juristisch betrachtet ist das Mordmerkmal der Grausamkeit wohl nicht erfüllt, weil F. schon tot gewesen sein soll, als er zersägt wurde. B. muss sich wegen Totschlags verantworten. Ängstlich und in sich gekehrt wirkte die schlanke 35-Jährige mit den feinen Gesichtszügen. Als sie den Saal betrat, schützte sie sich mit einem Ordner vor den Kameras.

Die bereits wegen Betrugs verurteilte B. soll die Leichenteile des Mannes in dessen Wohnung in Steinau in Mülltüten gepackt und ins Badezimmer gelegt haben. Danach sei sie geflüchtet und habe sechs Tage später die Polizei verständigt. In Dortmund, ihrem Geburtsort, wurde sie verhaftet.

Verteidiger Hans-Wolfgang Schnupfhagn kündigte an, dass Tanja B. am 21. Dezember aussagen und sich auf Notwehr berufen wird. Das hatte sie schon kurz nach der Tat in einem Schreiben und einer Sprachnachricht getan, die der FR vorliegt: Martin F. sei mit dem Messer auf sie losgegangen. Sie habe ihn zunächst beruhigen können. Dann habe er sie erneut angegriffen, gewürgt. Es sei ihr gelungen, das Messer zu ergreifen und zuzustechen.

Das Zerstückeln sei eine Kurzschlussreaktion gewesen, aus Angst, entdeckt zu werden. Die Staatsanwaltschaft glaubt die Notwehrversion nicht – auch wegen der Stiche in F.s Rücken. Nebenklägerin ist seine Tochter. Ihr Anwalt Alexander Stumpf sagte: „Sie ist nach einer solchen Tat traumatisiert.“ Er erwarte von dem Prozess eine „gerechte Verurteilung“.

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