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Tödlicher Unfall im Taunus Angeklagter entschuldigt sich bei Angehörigen der Unfallopfer

Im Berufungsverfahren um ein tödliches Überholmanöver im Taunus hat sich der Angeklagte vor dem Wiesbadener Landgericht bei den Angehörigen der Opfer entschuldigt. Fünf Menschen waren durch das riskante Überholmanöver zwischen Nassau und Bad Schwalbach im Jahr 2013 ums Leben gekommen.

21.11.2017 11:48
Bundesstraße 260
Fünf Menschen starben bei dem Unfall nahe Heidenrod. Foto: Thomas Frey (dpa)

Mehr als vier Jahre nach einem tödlichen Überholmanöver im Taunus hat ein 44-Jähriger die Tat vor dem Landgericht Wiesbaden gestanden. In dem Berufungsverfahren entschuldigte sich der Mann am Dienstag unter Tränen bei den Angehörigen der fünf Todesopfer. Es tue ihm alles leid, sagte er. „Ich habe viel Mist gebaut. Ich schäme mich auch.“ Vor dem Amtsgericht hatte er 2015 zu den Vorwürfen geschwiegen.

Die vom Amtsgericht verhängte Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten bleibt bestehen. Staatsanwaltschaft und Verteidigung einigten sich darauf, die Berufung zurückzunehmen. Das Urteil der Vorinstanz ist damit rechtskräftig. Ins Gefängnis muss der Mann unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht.

Riskantes Überholen führte zum Unfall

Zu dem folgenschweren Unfall war es 2013 nach einem riskanten Überholmanöver des 44-Jährigen auf der Bundesstraße 260 bei Heidenrod (Rheingau-Taunus-Kreis) gekommen. Er hatte damit einen entgegenkommenden Wagen zum Ausweichen gezwungen. Das Auto prallte frontal gegen einen Lastwagen, fünf Männer starben. Der Unfallverursacher fuhr weiter und versuchte später, das Aussehen seines roten Wagens zu verändern: Nach Auffassung des Amtsgerichts kratze er einen auffälligen Aufkleber ab und brachte eine neue Heckblende an.

Der Fahrer des Lastwagens ist bis heute traumatisiert und arbeitsunfähig. Der Angeklagte leidet seit dem Unfall an einer Depression, hat Panikattacken und ist arbeitslos - zwischenzeitlich war er stationär in psychiatrischer Behandlung. „Du hast mir meinen Sohn genommen“, ruft eine Nebenklägerin in der Verhandlung. Eine andere hält Fotos ihrer Kinder hoch, die durch den Unfall ihren Vater verloren haben.

Für Staatsanwältin Sabine Kolb-Schlotter ist der Ausgang des Verfahrens ein Kompromiss. Ursprünglich hatte sie eine höhere Haftstrafe gefordert. Richterin Gudula Konschak sagte: „Das gibt allen Beteiligten das Gefühl eines Schlussstrichs.“ (dpa)

 

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