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Tödlicher S-Bahn-Unfall Strafanzeige wegen Gaffer-Videos nach tödlichem Unfall

Die Eltern des Jugendlichen, der in Frankfurt bei dem Versuch, einen anderen Menschen zu retten, selbst gestorben ist, haben Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Ein Gaffer-Video, das ihr totes Kind zeigt, kursiert im Internet.

21.11.2018 11:06
Tödlicher Unfall im Bahnhof Ostendstraße
Der 17-Jährige starb bei einem Rettungsversuch in der S-Bahnstation Ostendstraße. Foto: Michael Schick

Nach dem tödlichen S-Bahn-Unfall in Frankfurt ist im Internet ein Gaffer-Video aufgetaucht. Es zeigt nach Angaben der Bundespolizei den 17-jährigen Mustafa Alpug S. aus Hanau, nachdem er von dem Zug überrollt wurde. „Wir wissen um den Sachverhalt - der Link zu dem Video ist uns bekannt, sagte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch in Koblenz. 

Laut Bundespolizei und Staatsanwaltschaft erstatteten die Eltern des getöteten Jugendlichen am Dienstag Strafanzeige bei der Polizei in Hanau. Ein entsprechendes Ermittlungsverfahren lag der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Mittwoch aber noch nicht vor. Sie entscheidet darüber, ob und wer die Ermittlungen übernimmt. Dabei muss unter anderem untersucht werden, ob derjenige, der das Video im Netz veröffentlicht hat, derselbe ist, der es gemacht hat.

Wie es genau zu dem Unfall in der S-Bahn-Station Ostendstraße vor gut einer Woche kam, ist unterdessen weiter unklar. Es hätten sich zwar viele Zeugen gemeldet, darunter sei aber keiner, der den Zusammenstoß tatsächlich gesehen habe, sagte der Polizeisprecher. Die Bahnstation ist nicht videoüberwacht. Daher sind die Behörden auf Zeugenaussagen angewiesen. Sie gehen weiterhin davon aus, dass der 17-Jährige einem betrunkenen Obdachlosen helfen wollte, der auf den Gleisen lag. Dabei bemerkte er zu spät den herannahenden Zug, der ihn überrollte.

Mustafa Alpug S. war in der vergangenen Woche in der Moschee des Islamischen Vereins in der Hanauer Gärtnerstraße mit einem Totengebet geehrt worden. Mehrere Hundert Verwandte, Freunde, Bekannte und andere Bürger hatten sich dazu versammelt. Am Wochenende wurde der Tote in die Türkei geflogen. Dort wurde er in Nazili beigesetzt, dem Ort, aus dem die Familie stammt. (dpa/FR)
 

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