Lade Inhalte...

Terrorprozess in Frankfurt Jugendlicher soll Selbstmordattentat geplant haben

Ein 17-Jähriger soll Sprengstoff aus Chinaböllern zusammengekratzt haben, um irgendwo in Deutschland einen Anschlag machen zu können. Demnächst beginnt der Prozess vor dem Frankfurter Oberlandesgericht.

Römerberg in Frankfurt
Justitia ist wachsam (Symbolfoto). Foto: imago

Ein 17 Jahre alter irakischer Staatsbürger aus dem Werra-Meißner-Kreis wird sich demnächst vor dem Oberlandesgericht (OLG) wegen der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags verantworten müssen.

Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem jungen Man vor, sich etwa 75 Gramm Schwarzpulver zusammengekratzt und in der elterlichen Wohnung gebunkert zu haben. Laut OLG soll er mit dem Schwarzpulver „spätestens seit Dezember 2017 einen nicht näher konkretisierten Selbstmordanschlag“ vorbereitet haben, und zwar vermutlich entweder in Deutschland oder in England.

Ein konkretes Anschlagsziel soll es laut Ermittlern aber nicht gegeben haben. Als Motiv wird die „radikalislamische Vorstellung, Personen nichtmuslimischen Glaubens zu töten oder zu verletzen“, genannt.

Das ist nicht der einzige Vorwurf, der gegen den 17-Jährigen erhoben wird. Er soll zudem im Winter 2017/18 via Facebook einem gesondert Verfolgten nahegelegt haben, sich unverzüglich nach Syrien oder in den Irak zu begeben, sich dem IS anzuschließen und „als Märtyrer“ einen Selbstmordanschlag zu begehen.

Seit Februar in U-Haft

Zudem soll er noch im Februar dieses Jahres an einen ebenfalls gesondert Verfolgten über den Messengerdienst Telegram ein Propagandavideo des IS verschickt haben. In dem Video werde gezeigt, wie man sich selbst aus handelsüblichen Materialien eine Einzelladerflinte basteln könne. Der Begleittext des Videos empfehle, diese im „Kampf gegen Ungläubige“ einzusetzen.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft ist der Angeklagte im Jahr 2015 nach Deutschland gekommen und habe eine Aufenthaltserlaubnis als subsidiär Schutzberechtigter. Seit seiner Festnahme am 13. Februar dieses Jahres befindet er sich in Untersuchungshaft.

Wann der Prozess wegen Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, der Anleitung zur Begehung einer solchen und des Werbens von Mitgliedern für eine Terrorvereinigung beginnt, ist noch nicht bekannt.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen