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Selbst ernannter Magier Psychisch kranke Frau ausgenutzt

Ein selbst ernannter Magier wird vom Landgericht Kassel wegen Wuchers verurteilt. Der Mann hatte vorgegeben, eine Frau mit Ritualen und Schutzkreisen vor weiterem Unheil schützen zu können.

18.10.2017 20:30
Symbolfoto Gericht
Justitia ist wachsam (Symbolfoto). Foto: imago

Das Landgericht Kassel hat einen selbst ernannten Magier zu drei Jahren Haft verurteilt. Davon gälten sechs Monate schon als verbüßt, sagte ein Gerichtssprecher am Mittwoch. Die Strafe in dem Berufungsverfahren fiel damit geringer aus als in der ersten Instanz. Das Amtsgericht Kassel hatte den Mann 2015 wegen Wucher in 28 Fällen zu dreieinhalb Jahren verurteilt. Er hatte über Jahre eine psychisch kranke Frau ausgebeutet und ihr für Rituale hohe Geldbeträge abgeknöpft. Die Frau aus wohlhabendem Haus war zum Sozialfall geworden.

Bei dem neuen Urteil sei die lange Verfahrensdauer berücksichtigt worden, sagte der Gerichtssprecher. Zugute kam dem Angeklagten auch, dass er seine Berufung am zweiten Verhandlungstag auf das Strafmaß reduziert hatte. Das war kein Geständnis, gilt aber als formale Anerkennung der Schuld. Dem Opfer hatte er eine erneute Aussage erspart und den Prozess maßgeblich verkürzt.

Im Jahr 2000  hatte die Frau aus einer Familie mit Millionenvermögen die Hilfe des vermeintlichen Magiers gesucht. Sie hatte schwere Schicksalsschläge erlitten. Der Mann hatte vorgegeben, sie mit Ritualen und Schutzkreisen vor weiterem Unheil schützen zu können. Sie hatte ihm immer wieder Zehntausende Euro gegeben und sogar Häuser verkauft, um an Geld zu kommen. Vor Gericht ging es jedoch lediglich um 205 000 Euro, die zwischen Juli 2008 und August 2009 geflossen sein sollen.  (dpa)

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