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Prozess Prozess wegen Nötigung ist verschoben

Zwei junge Männer bedrohen eine junge Frau, versuchen sie sexuell zu erpressen. Während des Prozesses kommt es zur Rücknahme der Geständnisse. Der Prozess wird daher verschoben.

Symbolfoto Gericht
Justitia ist wachsam (Symbolfoto). Foto: Sascha Rheker

Der Fall, der am Montag vor dem Jugendgericht hätte verhandelt werden sollen, macht fassungslos. Ein 19- und ein 18-Jähriger müssen sich dort wegen Nötigung verantworten.

Dem Älteren wird zum einen vorgeworfen, im Januar 2016 seiner damals 17-Jahre alten Freundin eine SMS mit dem Inhalt „Wenn du fremdgehst oder anderen Jungs schreibst, breche ich dir alle Knochen“ geschrieben zu haben. Schwerer wiegt der zweite Vorwurf: Wenige Wochen später hatte er mit seiner Freundin Sex auf der Damentoilette einer Shisha-Bar im Ostend. Ohne Wissen der jungen Frau soll dies vom 18-Jährigen mit dessen Handy - am Sichtschutz des Klos vorbei – gefilmt worden sein. Das Video landete bereits am Folgetag auf einem Internetportal, wo es knapp 800mal geguckt wurde, bis der Betreiber es vom Netz nehmen musste.

Widerlicher Erpressungsversuch

Denn die 17-Jährige erstattete Anzeige, nachdem der 18-Jährige sich noch einmal bei ihr gemeldet haben soll: Falls die junge Frau ihm und seinem Onkel nicht sexuell zu Willen sei, werde er dafür sorgen, dass das Video Verbreitung an ihrer Schule finden werde.

Bislang waren die beiden gegenüber den Ermittlern geständig, ändern aber vor Gericht die Taktik. Beide behaupten nun, der 19-Jährige habe von den Aufnahmen nichts gewusst. Und mit deren Verbreitung im Internet nichts zu tun. Und den Film habe auch nicht der 18-Jährige, sondern der Wirt der Shisha-Bar gedreht. Vor allem der 19-Jährige legt dabei auf der Anklagebank ein bemerkenswertes Flegelverhalten an den Tag, bezeichnet das Opfer als „Nymphomanin“, zeigt keinerlei Reue und hängt der Richterin immer wieder ein freches Maul an, ohne zu begreifen, dass er damit diesmal an die Falsche geraten ist.

Wenn überhaupt, wird er das erst in ein paar Wochen merken. Die Rücknahme der Geständnisse macht die Ladung neuer Zeugen notwendig, der Prozess wird auf später verschoben.

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