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Prozess in Frankfurt Zu wenig Beweise für Gruppenvergewaltigung

Im Prozess um eine Gruppenvergewaltigung in Schwalbach hat das Landgericht Frankfurt Zweifel, ob die Beweise für eine Verurteilung der angeklagten Männer ausreichen.

29.06.2018 10:58
Prozesse in Frankfurt
Das Land- und Amtsgericht in Frankfurt. Foto: dpa

Drei Monate nach dem Beginn des Prozesses um eine Gruppenvergewaltigung hat das Landgericht Frankfurt Zweifel, ob die Beweise für eine Verurteilung der fünf Angeklagten ausreichen. Derzeit gebe es dafür keine hinreichende Grundlage, sagte der Vorsitzende Richter am Donnerstag in einem rechtlichen Hinweis. Die heute zwischen 21 und 24 Jahre alten Männer sollen laut Anklage im September 2011 eine damals 34 Jahre alte Frau in eine Holzhütte auf einem Spielplatz in Schwalbach (Main-Taunus-Kreis) gelockt und dort auf vielfältige Weise sexuell missbraucht und vergewaltigt haben. Vor Gericht bestritten sie jede Gewaltanwendung und bezeichneten die sexuellen Aktivitäten als „einvernehmlich“.

Im Verlauf des Prozesses war die Frau unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausführlich vernommen worden. Dem Vernehmen nach wurden in ihrer Aussage mehrere gravierende Widersprüche festgestellt, die möglicherweise zu dem rechtlichen Hinweis des Gerichts führten. Die Staatsanwaltschaft reagierte darauf mit dem Antrag, die Glaubwürdigkeit der Zeugin mit einem speziellen Gutachten zu erforschen. Ähnliche Anträge der Verteidiger hatte das Gericht zuvor jedoch zurückgewiesen. Am kommenden Montag soll der Prozess voraussichtlich mit den Schlussvorträgen der Staatsanwaltschaft fortgesetzt werden. (dpa)

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