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Prozess Freispruch für Lastwagenfahrer

Ein Lastwagenfahrer rast bei Guxhagen in ein Stauende. Eine Familie stirbt. Das Gericht spricht den Lkw-Fahrer frei.

21.11.2017 18:30
Unfall auf A7
Ein Lastwagenfahrer rast bei Guxhagen in ein Stauende. Eine Familie stirbt. (Archiv) Foto: Uwe Zucchi (dpa)

Im Prozess wegen eines Verkehrsunfalls mit drei Toten ist ein Lastwagenfahrer am Dienstag in Kassel freigesprochen worden. Es sei nicht auszuschließen, dass Herzrhythmusstörungen des 51-jährigen Tschechen zu dem Unfall im Juli 2016 führten, erklärte die Richterin. Der Lastwagenfahrer war ungebremst auf ein Stauende bei Guxhagen in Nordhessen gefahren. Vater, Mutter und Tochter aus Niedersachsen starben dabei in ihrem Wohnmobil. Eine Berufung in dem Prozess wegen fahrlässiger Tötung ist zugelassen.

Im Laufe der Verhandlung vor dem Amtsgericht blieben nur zwei Unfallursachen übrig: entweder das Versagen des Fahrers oder ein medizinischer Grund. Ob wirklich eine Herzrhythmusstörung vorlag, konnte im Nachhinein nicht mehr geklärt werden. Allerdings hatte der Fahrer fünf Monate zuvor einen Herzinfarkt erlitten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er alle Vorschriften wie Lenk- und Pausenzeiten eingehalten hatte. Er war zudem ein erfahrener Mann am Steuer.

Die Staatsanwaltschaft ging von einem menschlichen Fehler aus. Sie hatte ein Jahr und sechs Monate Haft auf Bewährung beantragt. Doch am Ende stand, was der Verteidiger gefordert hatte: „Im Zweifel für den Angeklagten.“

Der 51-Jährige hatte sich an den Unfall nicht mehr erinnern können. Er war dabei selbst schwer verletzt worden und lag wochenlang im Krankenhaus. Der Tscheche hatte sich vor Gericht sehr betroffen gezeigt und geweint. (dpa)

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