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Ober-Mörlen Autounfall erweist sich als Mord

Nach einem Unfall wird in der Wetterau ein Autofahrer tot in seinem Wagen gefunden. Mehr als 20 Jahre danach steht fest: Er starb an einem Genickschuss. Die Täter kommen möglicherweise aus dem Kreis der Toiletten-Mafia.

Unfall in der Wetterau erweist sich als Mord
Dieses Bild zeigte sich der Friedberger Polizei als sie im April 1997 zu der Unfallstelle bei Ober-Mörlen gerufen wurde. Foto: Polizeipräsidium Mittelhessen

Vor mehr als 20 Jahren wird die Polizei Friedberg zu einem Verkehrsunfall bei Ober-Mörlen in der Nähe der Raststätte Wetterau an der Autobahn A5 gerufen. Ein Autofahrer scheint mit seinem Fahrzeug gegen einen Baum geprallt und dabei tödlich verletzt worden zu sein. Doch jetzt haben Ermittlungen ergeben: Der damals 45 Jahre alte Mann starb durch einen Genickschuss. Die Polizei ermittelt inzwischen gegen drei Verdächtige, doch da sich ein dringender Tatverdacht nicht ergeben hat, hoffen die Ermittler der Friedberger Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Gießen auf Hinweise aus der Bevölkerung. Es ist eine Belohnung von insgesamt 10.000 Euro ausgesetzt worden.

Wie das Polizeipräsidium Mittelhessen und die Staatsanwaltschaft Gießen am Donnerstag in einer gemeinsamen Presseerklärung bekannt gaben, war der türkische Staatsangehörige Adem Bozkurt am Dienstag, 8. April 1997, gegen 4.30 Uhr in der Wintersteinstraße/Feldgemarkung Ober-Mörlen in Richtung Rastätte Wetterau tot hinter dem Steuer seines Wagens gefunden worden. Das Unfallszenario und die Verletzungen des Toten hätten damals darauf hingedeutet, dass der 45-Jährige mit seinem Wagen gegen einen Baum geprallt und dabei tödlich verletzt worden war, so Polizei und Staatsanwaltschaft. Der Tote wurde danach von seiner in Bad Nauheim lebenden Familie ins türkische Izmir überführt und dort beerdigt.

Gegen Ende des Jahres 2014/Anfang des Jahres 2015 erhielt die Polizei jedoch einen Zeugenhinweis, wonach Adem Bozkurt nicht einem Unfall zu Opfer gefallen, sondern ermordet worden sei. Daraufhin leiteten die Staatsanwaltschaft Gießen und die Kriminalpolizei in Friedberg Ermittlungen ein. Die Vernehmung mehrerer Zeugen und die Rekonstruktion des Unfalls durch einen Kfz-Sachverständigen hätten den Verdacht auf ein Tötungsdelikt erhärtet, berichteten Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium. Daraufhin sei der Leichnam des 45-Jährigen im April 2016 in Izmir exhumiert und obduziert worden. Bei der Obduktion in der Türkei, bei der neben Vertretern der türkischen Behörden auch Beamte der Staatsanwaltschaft und des Instituts für Rechtsmedizin Gießen sowie der Kriminalpolizei Friedberg anwesend waren, ergab sich, dass Adem Bozkurt durch einen Genickschuss getötet worden war.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Genickschuss am Tatort nicht bemerkt wurde, weil der oder die Täter eine kleinkalibrige Waffe verwendet hätten. Diese, so Staatsanwalt Thomas Hauburger, habe nur ein wenige Millimeter großes Einschussloch hinterlassen, das sich unter den Haaren des Opfers befunden habe, wie später bei der Obduktion festgestellt worden sei.

Als Mordmotiv nennen die Ermittler „eine geschäftliche Konkurrenzsituation im Bereich der Bewirtschaftung von Toilettenanlagen an Autobahnraststätten“. Drei verdächtige Personen seien Ende 2016 vernommen und ihre Wohnungen durchsucht worden, berichten Polizei und Staatsanwaltschaft. Doch da sich gegen sie kein dringender Tatverdacht  ergeben habe, seien sie wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Danach sei weiter aufwändig ermittelt worden, teils auch im Ausland. Die Ermittlungen hätten jedoch keinen durchschlagenden Erfolg gebracht.

Jetzt hofft die Polizei in Friedberg, Rufnummer 06031/601-234, auf Hinweise von möglichen Zeugen. Hinweise würden auf Wunsch vertraulich behandelt, so die Ermittler.

Über den Mordfall wird am Mittwoch, 25. Juli, in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY - ungelöst“ berichtet werden.  (mit dpa)

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