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Mord im Niddapark Kein Geständnis im Fall Irina A.

Drei Monate nach dem Mord an Irina A. im Frankfurter Niddapark hat sich der tatverdächtige Jan M. einen neuen Rechtsbeistand gesucht.

Mord im Niddapark
Der Tatort im Niddapark nahe der Hundewiese. Foto: Rolf Oeser

Gut drei Monate nach dem Mord an Irina A. sitzt der tatverdächtige Jan M. noch immer in Untersuchungshaft. Für seine Verteidigung hat sich der 50-Jährige indes einen neuen Rechtsbeistand gesucht. Sein bisheriger Anwalt, ein renommierter Strafverteidiger, hat das Mandat nicht mehr. Gerüchten zufolge soll er M. geraten haben, die Tat zu gestehen, was dieser jedoch wohl nicht will. Der bisherige Verteidiger wollte sich dazu mit Hinweis auf die anwaltliche Schweigepflicht nicht äußern.

Die Ermittler hatten Blut von Jan M. am Tatort gefunden und als Motiv für die Tat im Niddapark Habgier angegeben. M. soll Irina A. eine fünfstellige Summe geschuldet haben, die diese womöglich zurückverlangt habe. Doch wer in den Bundesanzeiger schaut und die Auszüge der „Jan M. Gastro Group“ aufruft, sieht, dass es um weitaus größere Summen ging. Denn das Gastro-Unternehmen wies Verbindlichkeiten in siebenstelliger Höhe aus. Irina A. hatte im April 2016 aufgrund eines Abtretungs- und Kaufvertrags 50 Prozent der Anteile übernommen.

Große Story im „Spiegel“

Irina A., als Szene-Girl und Bedienung bekannt, war also 50-prozentige Teilhaberin am Unternehmen von M. Pikanterweise war die Billigung des hoch defizitären Jahresabschlusses 2016 laut Bundesanzeiger am 23. April 2018 erfolgt und damit genau zwei Wochen, bevor Irina A. starb. Gut möglich, dass sich M. und A. an jenem Abend im Niddapark getroffen hatten, um zu besprechen, wie es mit der verlustreichen „Gastro Group“ weitergehen soll. Gemutmaßt wurde aber auch, M. sei A. ihren Anteil am Verkauf des „First in“ schuldig geblieben, den diese eingefordert habe. Das „First in“ auf der Freßgass ist jene Bar, in der an Silvester 2017 angeblich der Sex-Mob getobt haben sollte, mit dem Jan M. und Irina A. zum ersten Mal gemeinsam in die Schlagzeilen gekommen waren.

Dass es ungemütlich werden kann, mit Jan M. Geschäfte zu machen, will auch ein Leser erfahren haben, der sich zwischenzeitlich bei der FR gemeldet hat. Der Mann beschwert sich per Mail und zeigt sich „etwas verwundert, wie wenig Sie über den mutmaßlichen Täter und dessen Machenschaften und Blendereien berichten“. Er selbst habe sich auch mal von Herrn M. blenden lassen und „letztlich weder meine notariell gezeichneten Gelder von ihm erhalten, noch wurde ich von Besuchern, die er aus der Frankfurter Unterwelt gestellt hatte, verschont“. Daraufhin von der FR geforderte Beweise für die Vorwürfe blieb der Leser dann allerdings schuldig.

Der Mord an Irina A. beschäftigt jedenfalls weiterhin die Gemüter, auch überregional. Spiegel Online widmet dem Fall eine große Story. „Warum starb Irina A?“, fragt das Nachrichtenmagazin, kann die Frage aber auch nach ausführlichen Recherchen im privaten Umfeld des Opfers nicht beantworten.

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