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Mord im Niddapark Frankfurt Alibi von Jan M. geplatzt

Festnahme im Fall Irina A.: DNA-Spuren an der im Niddapark gefundenen Leiche erhärten den Tatverdacht gegen Gastwirt Jan M., mit dem die Frau sich ab Juni vor Gericht wegen Vortäuschens einer Straftat verantworten sollte.

Frauenleiche im Park
Spurensicherung am Fundort. Foto: Boris Roessler (dpa)

Die Polizei hat zwei Tage nach der Ermordung der 29 Jahre alten Irina A. einen Verdächtigen verhaftet. Der 50 Jahre alte Jan M., eine schillernde Figur der Frankfurter Szene, war von Beamten der Mordkommission am Freitagabend festgenommen worden. Laut Polizei „kennen sich beide bereits längerer Zeit privat und sind auch geschäftlich im Bereich der Gastronomie miteinander verbunden“.

Der Öffentlichkeit sind die beiden auch in einem anderen Zusammenhang bekannt. Irina M. spielte die Kronzeugin, als Jan M. Anfang 2017 der „Bild“-Zeitung die von ihm frei erfundene Geschichte eines Sexmobs ausländischer Provenienz erzählte, der in der Silvesternacht hauptsächlich die weiblichen Gäste seine Restaurants „First In“ auf der Freßgass belästigt habe. Am 8. Juni hätten sich M. und A. wegen Vortäuschens einer Straftat vor dem Amtsgericht verantworten sollen.

Wie die Polizei mitteilt, war Jan M. von Anfang an „in das Licht der Ermittler gerückt“. Doch die Ermittlungen hätten sich „schwierig gestaltet“, da M. durch seine Ehefrau „ein auf den ersten Blick glaubhaftes Alibi“ gehabt habe. Aber an der Leiche gesicherte Blutspuren, die mit M.s DNA übereinstimmten, erhärteten den Tatverdacht. Ein Blick in die Daten seines Handys zeigten zudem, dass das angebliche Alibi so nicht stimmen konnte.

M. wurde am Samstag dem Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl wegen Mordes erließ und Untersuchungshaft anordnete. Die Ermittler nennen als derzeitiges Mordmerkmal Habgier – offenbar ist Schmuck des Opfers verschwunden. Die Tat selbst wirkt eher wie eine im Affekt. Irina A. starb an schwersten Stich- und Schlagverletzungen. Bislang verweigert M. die Aussage.

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass sich Jan M. mit Irina A. am Abend des 8. Mai im Niddapark verabredet hatte. Während eines gemeinsamen Spaziergangs sei es dann wohl aus noch unbekanntem Grund zu einem Streit gekommen, der eskalierte. M. habe die Frau „mit einer Vielzahl von Messerstichen“ – viele davon in den Kopf – getötet und die Leiche anschließend vom Weg auf eine angrenzende Wiese geschleppt, wo sie am frühen Morgen des 9. Mai von einem Spaziergänger entdeckt worden war.

Irina N. hinterlässt zwei Jungen im Alter von vier Jahren. Während der Erfindung der Sexmobaffäre war sie als Kellnerin im „First In“ tätig. Offenbar war sie dort aber auch Mitinhaberin, sie soll zudem auch bei Immobiliengeschäften mitgemischt haben. Laut einem Bericht der „FAZ“ wurden ihr zudem Verbindungen ins Rocker- und Rotlichtmilieu nachgesagt. Die Westend-Bewohnerin war zu der Verabredung in einem Mercedes SUV der gehobenen Kategorie vorgefahren.

Jan M. hatte in der Vergangenheit vor allem als Betreiber von szenigen Lokalen wie dem Garibaldi in der Kleinen Hochstraße oder Klubs wie dem Gibson auf der Zeil von sich reden gemacht. Oder dem Katana – dem Klub, der im Juli 2014 durch eine Schießerei unter verfeindeten Fraktionen der Hells Angels Furore machte. M. war damals Betreiber des Klubs, verkaufte ihn aber kurz vor der Schießerei. Eine engere Bindung zu den Hells Angels hatte er damals bestritten – Fotos auf seiner Facebook-Seite hatten diese Behauptung Lügen gestraft.

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