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Mord an Irina A. in Frankfurt Haftprüfung nach Mord im Niddapark

Ein halbes Jahr nach dem Mord an Irina A. im Niddapark in Frankfurt steht ein Haftprüfungstermin für den Tatverdächtigen Jan M. an. Sein Verteidiger will Aufhebung des Haftbefehls beantragen.

Mord im Niddapark
Im Mai 2018 war im Frankfurter Niddapark eine Frauenleiche gefunden worden. Foto: Rolf Oeser

Ein halbes Jahr nach dem grausamen Mord an Irina A. steht ein Haftprüfungstermin für den Tatverdächtigen Jan M. an. Die Staatsanwaltschaft hat die Akten in dem Verfahren in dieser Woche an das Oberlandesgericht (OLG) überstellt. Ein solcher Prüftermin ist sechs Monate nach Beginn der Untersuchungshaft obligatorisch. Das OLG sichtet die Akten und räumt dann Staatsanwaltschaft und Verteidigung ein Recht zur Stellungnahme ein, bevor es entscheidet, ob die Verlängerung der U-Haft verhältnismäßig erscheint. M.s Verteidiger Stefan Striefler kündigte auf FR-Anfrage an, die Aufhebung des Haftbefehls für seinen Mandanten zu beantragen. „Ich sehe keinen dringenden Tatverdacht“, so Striefler.

Irina A. war im Mai im Niddapark auf bestialische Weise mit einer Stichwaffe getötet worden. Nachdem sich am Tatort DNA-Spuren ihres Geschäftspartners M. fanden, wurde dieser als dringend tatverdächtig festgenommen. Als Motiv sieht die Staatsanwaltschaft Habgier, weil M. dem Opfer Geld geschuldet haben soll. Striefler hält dem entgegen, die grausame Tatbegehung passe nicht zum Motiv Habgier. „Die Staatsanwaltschaft sucht derzeit händeringend ein Motiv“, glaubt der Rechtsanwalt. Auch auf die DNA-Spuren am Tatort hat er eine Antwort. Sein Mandant sei wohl am Tatort gewesen, allerdings erst nach der Tat. Dagegen spricht allerdings, dass die Ermittler keine Spuren einer dritten Person am Tatort fanden. Dies erstickt auch die immer wieder aufkeimenden Gerüchte aus dem Umfeld des Opfers, beim dem Treffen zwischen M und A. sei noch eine dritte Person dabei gewesen. 

Mehr als 100 Personen vernommen 

Die Staatsanwaltschaft sieht dem Haftprüfungstermin gelassen entgegen. „Wir gehen immer noch von einem dringenden Tatverdacht aus, sonst säße er nicht mehr in Haft“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Freitag. In den vergangenen Monaten haben die Ermittler mehr als 100 Personen aus dem Umfeld von Beschuldigtem und Opfer vernommen, vor allem um sich ein Bild über die finanzielle Situation zwischen den beiden zu machen. Irina A. war hauptsächlich als Szene-Girl und Bedienung bekannt, aber auch 50-prozentige Teilhaberin an dem Unternehmen des Beschuldigten, der „Jan M. Gastro Group“.

Die Vernehmung der Zeugen sei „weitestgehend abgeschlossen“, hieß es bei der Staatsanwaltschaft. Striefler zufolge gebe es auch drei Zeugen, die M. entlastet hätten, weil sie ihn vor oder nach der Tat im Westend und in der Innenstadt gesehen hätten. Irritationen hatte es um die Aussage der Ermittler gegeben, wonach die Ehefrau von M. ihrem Mann ein falsches Alibi gegeben haben sollte. Es habe sich dabei nicht um „seine Frau“, sondern um „eine Frau“ gehandelt, räumte die Staatsanwaltschaft ein.

Die Vernehmungen sind fast abgeschlossen, die Ermittlungen insgesamt sind es noch lange nicht. Noch immer fehlen die Tatwaffe und auch der Schmuck, den das Opfer zum Tatzeitpunkt getragen haben soll.

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