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„Lasermann“ Mysteriöser Mord an einer Frankfurter Garderobenfrau

Der als „Lasermann“ bekannte Schwede John Ausonius soll im Februar 1992 die Frankfurter Garderobenfrau Blanka Zmigrod erschossen haben. Nach seiner Auslieferung wird ihm jetzt der Prozess gemacht.

Mord an der Garderobenfrau
100 Meter von der Wohnung der Garderobenfrau entfernt hörte ein Spaziergänger um Mitternacht plötzlich einen Schuss. Foto: Christoph Boeckheler

Und tatsächlich gibt Ausonius bei Vernehmungen durch die deutschen Beamten in schwedischer Haft zu, Blanka Zmigrod im Mövenpick des Raubes seines Rechners beschuldigt zu haben. Den Mord aber bestreitet er. Die Frankfurter Ermittler legen daraufhin den Fall vorerst zu den Akten, weil dem Lasermann ohnehin eine lange Haftstrafe in Schweden droht. 

Nun aber, 25 Jahre später und angesichts einer möglichen Begnadigung Ausonius’, hat die Staatsanwaltschaft die Akten des Falles wieder geöffnet. In ihrer Anklage verweisen sie darauf, dass Ausonius ein Motiv für den Mord hatte und die Gelegenheit, da er sich am Tattag in Frankfurt befand. Ihr wichtigstes Indiz jedoch ist die beim Frankfurter Mord eingesetzte Waffe – eine automatische Pistole vom Typ Browning Kaliber .35, die nicht zu den „üblichen“ Waffen bei solchen Verbrechen gehört.

Auch die Munition, mit der Blanka Zmigrod getötet wurde, ist recht ungewöhnlich: Es handelt sich um ein verkupfertes Hohlspitzgeschoss von der US-Firma CCI. Diese Patronen wurden damals zwar in Europa vertrieben, ihr Gebrauch war in Deutschland jedoch untersagt. Sowohl eine Waffe solchen Typs als auch Hohlspitzgeschosse soll Ausonius bei seinen Mordanschlägen in Schweden eingesetzt haben.

Bei einem Gespräch mit John Ausonius vor drei Jahren in der Haftanstalt Österaker bei Stockholm hatte der einstige Lasermann den Mord an Blanka Zmigrod vehement abgestritten. „Nein, ich habe mit dem Mord an der Frau nichts zu tun“, beteuerte er. Das habe er schon 1993 den deutschen Ermittlern gesagt, als die ihn in schwedischer Haft vernahmen. Vor knapp einem Jahr nun lieferten ihn die schwedischen Behörden an Deutschland aus. Ausonius hatte dem zugestimmt, allerdings unter der Bedingung, dass er bei einer möglichen Verurteilung seine Strafe in Schweden absitzen dürfe. 

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