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Landgericht Frankfurt Von Neonazis vergewaltigt

Im Prozess gegen zwei Neonazis sagt vor dem Landgericht Frankfurt die Frau aus, die sie vergewaltigt haben sollen. Ein Video, das die Angeklagten von der Tat gemacht haben, zeigt so harte Szenen, dass eine Anwältin und eine Gerichtsdienerin sie nicht ertragen.

Die beiden angeklagten Neonazis sind unter anderem bei den "Nationalen Sozialisten Rhein-Main" aktiv. (Symbolbild) Foto: peter-juelich.com

Es ist kein leichter Gang für Katharina R. Kaum sitzt die 36-jährige Sexarbeiterin auf dem Zeugenstuhl, lässt sie ihre Anwältin verkünden, dass sie lieber unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagen würde – nur mit einem Bekannten im Saal, als Beistand. Also müssen alle Beobachter auf den Flur, sehen R. aber bald wieder: Bereits nach kurzer Zeit braucht die Frau eine Pause und stürmt mit tränenverschmiertem Make-up aus dem Gerichtssaal.

Im September vergangenen Jahres sollen Kai K. und Nils I. Katharina R. misshandelt und vergewaltigt haben. Die beiden Neonazis, seit Jahren einschlägig bekannte Kader der „Nationalen Sozialisten Rhein-Main“, sollen ihr 300 Euro für Sex versprochen und sie in K.s Wohnung in Sossenheim gelotst haben. Dort allerdings, so hat R. bei der Polizei ausgesagt, hätten die Männer sie gezwungen, vor ihnen zu knien und sie zu befriedigen, sie hätten sie ins Gesicht, auf den Rücken und aufs Gesäß geschlagen, mit der Hand und einer Peitsche. Am Ende habe Kai K. noch versucht, sie um ihr Geld zu betrügen.

Nachdem das Gericht R. befragt hat, wird ebenfalls hinter verschlossenen Türen ein Video der Tat vorgespielt, dass die Angeklagten selbst gefilmt haben. Es müssen harte Szenen sein, die die Richter zu sehen bekommen: Eine Anwältin und die Gerichtsdienerin ertragen den Film nicht und kommen mit angewiderten Gesichtern aus dem Saal.

Dann sagt eine 33-jährige Polizistin aus, die Katharina R. am Tag nach der Tat vernommen hat. Die Beamtin schildert, dass die Frau einen mitgenommenen Eindruck gemacht habe. Sie habe geschildert, dass sie mit leichten Klapsen ja noch einverstanden gewesen sei, die Angeklagten hätten sie aber richtig geschlagen, besonders Kai K. Sie habe Angst gehabt und geweint, aber alles mitgemacht, „aus Angst, dass es noch schlimmer wird“.

Neonazi ringt um Fassung

Kai K., 31 Jahre alt, ein bulliger Typ mit kurzgeschorenen Haaren, hört den Schilderungen der Beamtin regungslos zu. Sein Kamerad Nils I. jedoch ringt bei der Aussage der Polizistin sichtbar um Fassung: Immer wieder streicht der schmale 25-Jährige sich mit den Händen über das blasse Gesicht, er kämpft mit den Tränen und schnieft.

Am Ende sagt ein Sachverständiger zur Frage aus, ob die Angeklagten, zum Tatzeitpunkt offenbar betrunken, überhaupt Herr ihrer Sinne waren. Und er sieht keinen Hinweis darauf, dass die beiden Neonazis nicht wussten, was sie da taten. Vor allem Kai K., dem noch eine zweite Vergewaltigung und ein dritter Versuch vorgeworfen werden, sei durch „Dominanzstreben“ und Respektlosigkeit gegenüber Katharina R. aufgefallen. Das zeige sich etwa in einem Satz, den er laut seinem Opfer gesagt haben soll: „Heroinhuren sind die besten, die machen alles mit.“ K. sei bei der stundenlangen Tat kühl und planvoll vorgegangen.

Ein Urteil wird in der kommenden Woche erwartet.

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