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Landgericht Frankfurt Neuer Prozess um Hammermord

Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil im Prozess um den Tod von Hilda L. aufgrund von Verfahrensfehlern und zweifelhaften Verhörmethoden aufgehoben. Nun ist der Fall wieder beim Landgericht Frankfurt.

Landgericht
Der zweite Verhandlungstag am Landgericht bringt neue Erkenntnisse mit sich. Foto: dpa

Der gewaltsame Tod der 29 Jahre alten Hilda L. beschäftigt erneut das Landgericht. Im Juli 2015 hatte es den heute 30 Jahre alten Domenico D. wegen Mordes an seiner damaligen Lebensgefährtin zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Er soll die Frau im Juli 2014 in deren Wohnung in Nied mit mehreren Hammerschlägen auf den Kopf getötet haben.

Dem soll ein Streit vorausgegangen sein: D., der sich als gut verdienender Vermögensberater präsentiert hatte, war in Wahrheit ein erfolgloser Versicherungsvertreter, der immer noch bei seinen Eltern wohnte und es trotz diverser Versprechungen nicht schaffte, für sich, seine Freundin und deren sieben Jahre alte Tochter eine Wohnung zu finden. Als seine Freundin seine Lebenslüge durchschaute und sich von ihm trennen wollte, soll er sie umgebracht haben.

Angehörige des Opfers randalieren aus Leibeskräften

Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil im Oktober 2016 aufgehoben – aus formaljuristischen Gründen, die der Laie schwer nachvollziehen kann. Zum einen soll die damalige Kammer im Urteilsspruch das Mordmerkmal „niedere Beweggründe“ nicht nachvollziehbar dargelegt haben. Zum anderen habe die Polizei bei ihren Verhören mit fragwürdigen Methoden gearbeitet: Die Ermittler hätten erst zu erkennen gegeben, dass sie D. eher für einen Totschläger als einen Mörder hielten, und diese Meinung nach D.s Geständnis geändert haben. Dazu könnte auch das Nachtatverhalten von D. geführt haben: Er soll tagelang mit dem Handy der Toten SMS-Nachrichten versandt haben, um den Eindruck zu erwecken, sie würde noch leben.

Bereits im ersten Prozess hatte D. sein bei der Polizei gemachtes Geständnis widerrufen. Den Ermittlern hatte er damals gesagt, er habe seine Freundin im Streit versehentlich mit der spitzen statt wie beabsichtigt mit der stumpfen Seite des Hammer geschlagen. Als er gesehen habe, wie schwer sie verletzt sei, habe er sein Werk zu Ende gebracht und der Toten zur Sicherheit auch noch die Pulsadern aufgeschnitten.

Zu der Anklage will D. auch im zweiten Aufguss des Mordprozesses keine Angaben machen. Zu seiner Person schon, aber später. Der Prozess findet in einem der Hochsicherheitssäle des Landgerichts statt.

Im ersten Prozess hatten Angehörige des Opfers aus Leibeskräften randaliert, Verwandte des Angeklagten angespuckt und im Internet zum Prozessbesuch aufgefordert. Der Vorsitzende Richter Klaus Drescher hatte sich bemüßigt gefühlt, die Zuschauer darauf hinzuweisen, dass man sich „weder bei Richterin Barbara Salesch noch in der Commerzbank-Arena“ befinde.

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