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Landgericht Frankfurt Auf Köpfe ihrer Opfer getreten

Ein notorisch gewalttätiges Brüderpaar steht nach Kopftreterei wegen versuchten Totschlags in zwei Fällen vor dem Landgericht Frankfurt. Das Gericht erwägt für einen der Brüder eine Sicherungsverwahrung.

Justizia wacht am Römer in Frankfurt. (Symbolbild) Foto: ddp

Für die Brüder Kais und Wais A. geht es seit Mittwoch vor dem Landgericht ums Ganze. Die beiden müssen sich wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Angesichts ihrer beeindruckenden Konstanz und Leistungsfähigkeit bei Gewaltdelikten erwägt das Gericht zumindest im Falle Kais A. eine Sicherungsverwahrung.

Am 11. April 2014 feiern Kais, 34, und Wais, 24 Jahre, die anstehende endgültige Entlassung des Älteren aus dem Gefängnis, wo er mal wieder eine Freiheitsstrafe wegen Körperverletzung absitzt – er ist an diesem Abend auf Freigang.

Die beiden feiern im Gibson-Club auf der Zeil, vor dessen Tür es am frühen Morgen zu unschönen Szenen kommt: Der 31 Jahre alte Meher B., ordentlich betankt (2,3 Promille) pöbelt Passanten an, tituliert sie als „Scheiß-Pakis“ und „Scheiß-Afghis“. Die Gebrüder A., beide afghanischer Herkunft, fühlen sich beleidigt. Die geübten Kampfsportler schlagen ihr Opfer nieder, dann treten sie auf seinen Kopf ein – wobei es laut Anklage eher ein Stampfen als ein Treten ist. Wie durch ein Wunder kommt B. mit diversen Kopfverletzungen und einer Gehirnerschütterung davon.

Opfer nach der Tat bedroht

Nur drei Tage später, Kais A. hat wieder mal Freigang, zechen die Brüder mit Damenbegleitung in einer Bar in der Innenstadt. Kais A. ist der Meinung, dass ein anderer Gast seine Begleiterin „angemacht“ habe. Zur Strafe schlagen ihn die Brüder nieder und treten ihm in bewährter Manier gegen den Kopf. Auch in diesem Fall hat ihr Opfer unglaubliches Glück, erleidet lediglich eine Gehirnerschütterung und ist drei Wochen arbeitsunfähig.

Für das Landgericht haben sich die Brüder schwer in Schale geschmissen. Wais, nach eigenen Angaben „Student“, erscheint in Jeans, Sakko und weißem Hemd, sein älterer Bruder („in der Gastronomie tätig“) hat sich zur Feier des Tages sogar einen dunklen Anzug angezogen. Die beiden sprechen hervorragend Deutsch, machen davon aber zumindest am Mittwoch keinerlei Gebrauch: Sie wollen sich zur Sache nicht äußern. Und auch der erste Zeuge, der damals niedergeschlagene und getretene Meher B., trägt nicht allzu viel zur Wahrheitsfindung bei, weil er in dieser Nacht so besoffen war, dass er sich an nichts mehr erinnern kann.

Welches Kaliber die beiden sind, lässt die Drohung erahnen, die die beiden dem niedergeschlagenen Anmacher in der Innenstadtkneipe bei ihrer Flucht zubrüllten: Sollte er sie anzeigen, würden sie ihn abstechen. Nur wenige Tage später bekam das Opfer an seiner Arbeitsstelle Besuch von zwei Unbekannten: Wenn er es wagen sollte, Kais A. anzuzeigen, werde ihm das einen Messerstich einbringen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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