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Landgericht Frankfurt Anlagebetrüger in Frankfurt vor Gericht

Das Frankfurter Landgericht verhandelt einen Fall von Anlagebetrug. Drei angebliche Trader sollen Anleger um insgesamt 3,4 Millionen Euro gebracht haben.

Prozesse in Frankfurt
Das Land- und Amtsgericht in Frankfurt. Foto: dpa

Man kann es Betrug nennen, und die Staatsanwaltschaft tut das ja auch. Aber im Grunde hat der 30 Jahre alte René N., der sich seit Mittwoch mit zwei Mitangeklagten vor dem Landgericht verantworten muss, lediglich wildfremde Menschen gebeten, ihm Geld zu schenken, auf dass er es verjucken kann. Was man N. allerdings vorwerfen muss: Er hat sich kaum Mühe gegeben, das zu kaschieren.

Spätestens Anfang 2017 kam N. laut Anklage auf die grandiose Idee, ein Unternehmen namens „My Solution“ zu gründen, diesem eine Scheinadresse auf der Düsseldorfer Königsallee zu verpassen und via Skype, WhatsApp und Internetvideos zu behaupten, er und sein „Team qualifizierter Trader“ würden Anlegern dank der Wunderkraft globalen Börsengefummels eine Rendite von 55 Prozent zahlen. In Wahrheit gab es keine Trader, und N. selbst hat von Tuten und Blasen und Finanzen keine Ahnung. Eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hatte er erst recht nicht.

Bei zumindest einem Anleger zahlte sich die Investition aus. Der nun mitangeklagte Tom S., ebenfalls 30 Jahre alt, investierte 5000 Euro – hochseriös via Western Union -, obwohl seine Geschäfte als Landschaftsgärtner lausig liefen und er weniger als 1000 Euro im Monat verdiente. René N. machte ihm daraufhin bei einer Power-Point-Präsentation in Warschau ein unausschlagbares Angebot: Wenn er als qualifizierter Trader bei ihm einsteige, bekomme er nicht nur ein Apple-Laptop, sondern auch ein monatliches Grundgehalt von 3500 Euro plus zehn Prozent der Einnahmen von jedem neuen Deppen, den er anschleppe. Noch toller: Wenn diese Deppen noch mehr Deppen keilten, dann könnten in der fünften Deppengeneration 37 Prozent der ergaunerten Beute ihm gehören.

Man kennt das als Schneeballsystem. S. nahm an, und so ward der Gärtner zum Bock gemacht, als Chef der real nicht existierenden Frankfurter Dependance mit Scheinadresse am Thurn-und-Taxis-Platz. Auf ähnliche Weise stieß auch der dritte Angeklagte Markus L., 48, dazu.

Das Ganze ging natürlich nicht lange gut, aber kurz sehr gut. Auch wenn es kaum zu glauben ist, dass auch nur ein Mensch auf so einen Quatsch hereinfällt, taten das sogar 677 und verloren 3,4 Millionen Euro an N. und seine qualifizierten Trader. Bis heute konnten die Ermittler lediglich zwei Millionen Euro sicherstellen, der Rest ist perdu.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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