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Landgericht Darmstadt Angeklagte bestreitet Tötung einer Rentnerin

Prozess um ein mutmaßliches Killer-Paar vor dem Darmstädter Landgericht: Das Landeskriminalamt konnte nur DNA-Spuren vom männlichen Angeklagten am Tatort nachweisen.

Mordprozess in Darmstadt
Die Angeklagte hatte schon nach ihrer Festnahme bestritten, am Mord beteiligt gewesen zu sein. Foto: dpa

„Ich bin keine Mörderin und keine Gewalttäterin.“ Mit diesen Worten hat eine 38-jährige Frau aus Reinheim am Mittwoch vor dem Darmstädter Landgericht bestritten, im März vergangenen Jahres gemeinsam mit ihrem zehn Jahre jüngeren Ex-Freund eine 81 Jahre alte Rentnerin in deren Wohnung erstochen zu haben. Der 28-Jährige und aus Ober-Ramstadt stammende Mann hat die Tat bereits vor Gericht gestanden, behauptet aber, dass seine Freundin auch zugestochen habe.

Die Angeklagte äußerte hingegen am Mittwoch während ihrer mehr als halbstündigen Einlassung, dass sie zur Tatzeit nicht in Dieburg gewesen sei. Sie räumte jedoch ein, ihrem damaligen Freund dabei geholfen zu haben, die Tatwaffe in einem Teich zu werfen. Zudem sei sie mit ihm nach Spanien gefahren. Ein Psychologe berichtete später, der Angeklagte habe geäußert, dass geplant gewesen sei, über Gibraltar ins westafrikanische Ghana zu flüchten. Die Mutter einer Tochter bezeichnete sich als „Mitwisserin“, die zunehmend ein schlechtes Gewissen gehabt und von Schuldgefühlen geplagt worden sei.

Psychiater beschreibt Angeklagten als emotional instabil

Sie berichtete ferner, je weiter sie in Richtung Süden unterwegs gewesen sei, desto mehr habe sich das Gefühl breit gemacht, wieder umkehren zu wollen. „Ich wollte nicht mehr“, sagte die 38-Jährige. Als ihr damaliger Freund nicht in der Nähe gewesen sei, habe sie eine ihr bekannte Polizistin angerufen. Zwei Tage später wurde das Paar in Spanien verhaftet. Die Angeklagte hatte schon nach ihrer Festnahme bestritten, am Mord beteiligt gewesen zu sein. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat die Frau und ihren damaligen   Freund wegen gemeinschaftlichen Mordes angeklagt. Sie sollen sich angeregt von Horrorfilmen und einer Fernsehserie über „Killer-Paare“ den Entschluss gefasst haben, Serienmörder zu werden.

Harald Schneider, der Leiter der DNA-Analytik beim Landeskriminalamt in Wiesbaden, berichtete dem Gericht, dass am Tatort und an einem Fingernagel des Opfers nur DNA-Spuren vom männlichen Angeklagten nachgewiesen worden seien.

Eine Ärztin und Psychologen berichteten von einer Alkoholabhängigkeit der ausgebildeten Krankenschwester. Auch habe sie Betäubungsmittel und diverse Medikamente eingenommen. Trotz einer psychischen Persönlichkeitsstörung sei sie voll schuldfähig gewesen. Den 28-jährigen Angeklagten beschrieb ein Psychiater als emotional instabil. Eine klassische Schizophrenie habe er bei ihm aber nicht feststellen können. Der Prozess wird fortgesetzt. Am 11. April sollen möglicherweise die Plädoyers gehalten werden.

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