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Kriminalität in Hessen Anklage gegen Automatensprenger

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt erhebt Anklage gegen einen 38-Jährigen, der Geldautomaten gesprengt und dabei mehr als 300.000 Euro erbeutet hat. Das Sprengen von Geldautomaten hat in Hessen Konjunktur.

Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt erhebt Anklage
Der gesprengte Geldautomat in Bad Vilbel. Foto: Polizei

Wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, Diebstahl und Sachbeschädigung hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt Anklage gegen einen 38-Jährigen erhoben. Er soll 2016 gemeinsam mit bislang unbekannten Komplizen Geldautomaten in Bad Vilbel und Bürstadt gesprengt und dabei mehr als 314 000 Euro erbeutet haben. Es sollen nicht die einzigen Überfälle sein, die auf das Konto des Mannes und seiner Bande gehen.

Federführend bei diesen Delikten ist in Hessen seit 2016 das Polizeipräsidium Mittelhessen in Gießen und die Eingreifreserve der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Die Zuständigkeit geht auf das Deliktfeld der Sprengung von Fahrkartenautomaten zurück. Da diese in verschiedenen Orten, aber oft nach demselben Mustern und Täterstrukturen abliefen, übernahm die Eingreifreserve die Ermittlungen.

Als sich dann in Hessen die Sprengung von Geldautomaten häufte, übernahm auch hier die Frankfurter Eingreifreserve und kooperiert mit den Mittelhessen, die aufseiten der Polizei die Federführung übernahmen und den Überblick über dieses spezielle Deliktfeld haben. „Die Zahl der Fälle ist seit 2017 deutlich gestiegen“, sagt Jörg Reinemer, Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen. Im Jahr 2017 gab es hessenweit 38 Fälle, in denen Täter Geldautomaten sprengten, 2018 waren es bislang 28.

Nicht immer waren die Täter so erfolgreich wie die Bande des nun angeklagten 38-Jährigen. In 23 der 38 Fällen 2017 zogen die Täter ohne Beute ab, hinterließen dabei aber einen beträchtlichen Sachschaden, der in die Hunderttausende Euro geht.

Beträchtlichen Sachschaden hinterlassen

Auch in Bad Vilbel war der Schaden enorm. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft entstand an dem Geldautomaten und am Gebäude ein Schaden in Höhe von 50 000 Euro. Die Täter hatten im November 2016 aus einer Gasflasche ein hochexplosives Gasgemisch in den Geldausgabeschacht des Automaten eingeführt und mittels eines Zündkabels zur Explosion gebracht. Anschließend entwendeten sie das Geld im Automaten, insgesamt 153 020 Euro.

Bei der Vorbereitung der Tat ging die Bande hochprofessionell vor. „Die Täter bei den Fahrkartenautomaten waren dagegen Dilettanten“, so Alexander Badle von der Generalstaatsanwaltschaft. Zur Flucht sollen der 38-Jährige und seine Komplizen ein Auto mit gefälschten Kennzeichen genutzt haben. Die Ermittler fanden das Fahrzeug bei der eingeleiteten polizeilichen Fahndung im Frankfurter Stadtteil Harheim. Bei der Sprengung des zweiten Geldautomaten in Bürstadt im Dezember 2016 erbeuteten die Täter nach gleichem Muster gut 161 000 Euro.

Wie die Ermittler auf den 38-Jährigen kamen, wollte Badle von der Generalstaatsanwaltschaft nicht verraten und sprach nur von „klassischen polizeilichen Maßnahmen“ und davon, dass die Täter „hochprofessionell organisiert“ seien. Das bestätigt auch Reinemer vom Polizeipräsidium Mittelhessen. „Die Täter sind bandenmäßig organisiert und nutzen hochmotorisierte Fahrzeuge, es sind immer mindestens drei Täter, die arbeitsteilig vorgehen.“

Der 38-Jährige, auf den die Ermittler schließlich kamen, befindet sich bereits seit April 2018 wegen eines anderen Strafverfahrens der Staatsanwaltschaft Karlsruhe in Untersuchungshaft. Auch dort war es um die Sprengung von Automaten gegangen. Wegen der Sprengungen in Bad Vilbel und Bürstadt muss sich der 38-Jährige demnächst vor dem Landgericht Darmstadt verantworten.

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