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Königstein Nach tödlichem Angriff: Achteinhalb Jahre Haft

Bei einem Streit zwischen zwei stark betrunkenen Männern wird ein Messer gezückt, ein 46-Jähriger sticht seinem Kontrahenten damit ins Herz. Der Mann stirbt. Nun ist der Täter wegen Totschlags verurteilt worden.

17.05.2018 14:06
Ein Richterhammer aus Holz
Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz. Foto: Uli Deck/Archiv

Zehn Monate nach der tödlichen Messerattacke in Königstein hat das Frankfurter Landgericht den Täter am Donnerstag wegen Totschlags zu einer Haftstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt. „Es war ein gezieltes Vorgehen“, sagte die Vorsitzende Richterin. Der 46-Jährige habe zwar mindestens 2,2 Promille Alkohol intus gehabt, wegen seiner Alkoholgewöhnung sei er trotzdem voll schuldfähig gewesen.

Er hatte bei der Tat während eines Streits seinem 42 Jahre alten Opfer mit einem Küchenmesser in die Brust gestochen, der Mann starb noch am Tatort an Herzversagen. Angeklagt war der Russe wegen heimtückischen Mordes. Da es keine direkten Zeugen der Tat gab, ging das Gericht ebenso wie die Staatsanwaltschaft zugunsten des Täters nun von Totschlag aus. Die Anklagebehörde hatte eine Haftstrafe von neun Jahren gefordert. Der Rechtsanwalt plädierte für einen Freispruch, nachdem sein Mandant den Vorwurf bestritten hatte. „Ich habe diesen Menschen nicht umgebracht“, sagte der 46-Jährige.

An dem Tattag im vergangenen Juli hatte er sich mit dem ebenfalls stark betrunkenen Opfer zunächst an einer Parkbank nahe einem Busbahnhof geschlagen. Dabei hieb ihm der 42-Jährige so fest mit der Faust ins Gesicht, dass er eine Platzwunde auf der Lippe erlitt und ein Zahn beschädigt wurde. Anschließend beruhigte sich die Lage.

Küchenmesser aus dem Supermarkt

Der 46-Jährige ging laut Gericht in einen nahen Supermarkt und kaufte ein kleines Küchenmesser. Dann kehrte er zurück zur Parkbank, es kam zu einem weiteren Streit. Schließlich stach der 46-Jährige zu, und zwar aus „Zorn und Wut über seine körperliche Unterlegenheit bei dem Streit“, wie es die Richterin formulierte.

Der 42-jährige Deutsch-Usbeke brach zusammen. Eine Frau setzte einen Notruf ab, der Täter ließ sich auf einer nahen Parkbank nieder und schaute den Rettungsversuchen der Sanitäter zu. Das blutige Messer lag neben ihm. Einer der alarmierten Polizisten sah ihn und nahm in fest. (dpa)

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