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IS-Kontakte 17-jähriger Iraker unter IS-Verdacht

2. UpdateDer 17-Jährige soll Mitglied der Terrormiliz sein. In einem zweiten Fall wurde ein 20-jähriger Somalier verhaftet, auch dabei geht es um Terrorismus.

Polizei-Westen
In Polizei-Westen gekleidete Polizisten. Foto: Silas Stein/Archiv

Im nordhessischen Eschwege (Werra-Meißner-Kreis) ist ein 17-jähriger Iraker wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrororganisation festgenommen worden. Wie eine Sprecherin des Generalbundesanwalts in Karlsruhe der Frankfurter Rundschau am Freitag bestätigte, bestehe der Anfangsverdacht, dass der junge Mann Mitglied der vor allem in Syrien und dem Irak tätigen Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) sein könnte. Weil derartige Ermittlungen in die Zuständigkeit des Generalbundesanwalts fielen, habe man die Ermittlungen an sich gezogen, hieß es.

Wie die Sprecherin weiter sagte, sei der 17-Jährige bereits am vergangenen Dienstag von Beamten des Polizeipräsidiums Nordhessen festgenommen worden. Neben dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation ermittele man gegen ihn auch wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Der junge Mann sitzt in Untersuchungshaft.

Bevor der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernahm, hatte bereits die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen den Iraker ermittelt. Wie Behördensprecherin Nadja Niesen der Nachrichtenagentur dpa sagte, seien bei seiner Festnahme in Eschwege unter anderem ein Handy und ein Computer beschlagnahmt worden.

Ein zweiter Mann in Hessen festgenommen

Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung soll der 17-Jährige 2015 als Flüchtling nach Deutschland gekommen sein, in Kontakt zu hochrangigen IS-Mitgliedern gestanden und sich Bauanleitungen für Sprengsätze besorgt haben. Die Sprecherin des Generalbundesanwalts wollte diese Angaben weder bestätigen noch dementieren.

Ebenfalls in Hessen wurde am Donnerstag in einem zweiten Fall der 20-jährige Somalier Abduqaadir A. verhaftet. Wie der Generalbundesanwalt am Freitag mitteilte, sei der Mann dringend verdächtig, Mitglied der somalischen Terrorgruppe „Al-Shabab“ zu sein. Außerdem werde ihm Mord und Beihilfe zum Mord vorgeworfen. Wo genau A. verhaftet wurde, teilte eine Sprecherin auf FR-Nachfrage nicht mit.

Wie es von der Behörde weiter hieß, sei A. den Ermittlungen zufolge 2012 gemeinsam mit anderen Jugendlichen in der somalischen Hauptstadt Mogadischu von Al-Shabab rekrutiert und an Pistolen und Handgranaten ausgebildet worden. Anschließend habe er einen Kämpfer der Gruppe bei einem Tötungsauftrag unterstützt. Danach habe er einen Regierungsmitarbeiter töten sollen, diesen mit mehreren Schüssen aber nur verletzt. Weil sein Anschlag gescheitert sei, sei Abduqaadir A. von Al-Shabab inhaftiert worden, habe aber fliehen können. Über Kenia, Uganda, Sudan, Libyen und Italien sei er schließlich im Juni 2014 nach Deutschland gekommen.

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