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Gymnasium in Frankfurt Lehrer wegen Missbrauchs von Schülerinnen verurteilt

1. Update Ein Lehrer an einem Gymnasium in Frankfurt wird wegen Missbrauchs von Schülerinnen verurteilt. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, müsste der Angeklagte aus dem Schuldienst ausscheiden.

Römerberg in Frankfurt
Justitia ist wachsam (Symbolfoto). Foto: imago

Das Amtsgericht hat am Montagnachmittag einen Frankfurter Gymnasiallehrer wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Die Anklage wegen Besitzes von Kinderpornografie wurde eingestellt, dafür war im Laufe des Prozesses ein weiterer Vorwurf erhoben worden, der ebenfalls in das Urteil einfloss: das „Überlassen unerlaubter Betäubungsmittel zum unmittelbaren Verbrauch“ an Minderjährige.

Der Mittvierziger, Oberstudienrat an einer renommierten Frankfurter Schule, hatte im Jahr 2015 mit zwei damals 15 Jahre alten Schülerinnen Sex gehabt.

Der erste Fall ereignete sich, nachdem sich vier Oberstufenschülerinnen bei dem beliebten Lehrer selbst als Übernachtungsgäste eingeladen hatten. Er spendierte den Schülerinnen Wodka und Joints – drei übernachteten im Erdgeschoss, eine im Bett des Lehrers.

Im zweiten Fall waren keine Drogen im Spiel: Der Lehrer hatte eine andere 15-Jährige zuvor bereits wochenlang in Chats umschmeichelt, bis sich beide per SMS zum Schäferstündchen im Haus des Lehrers verabredeten. Zum Tatzeitpunkt war der Lehrer eigentlich in einer festen Beziehung – ebenfalls mit einer ehemaligen Schülerin, die aber immerhin bereits knapp volljährig war. Bei der Durchsuchung des Hauses des Angeklagten waren im Cache seines Computers 38 kinderpornografische Dateien gefunden worden. Der Lehrer behauptet, diese Seiten nie gesehen zu haben, er habe „gar nicht gewusst, dass es spezielle kinderpornografische Seiten überhaupt gibt“.

Er habe vielmehr ein starkes Interesse an Kunst und Kultur und vermute, dass diese Bilder ohne sein Wissen und Wollen beim Betrachten seriöser Kunstseiten gespeichert worden sein könnten.

IT-Spezialist: keine Kunst

Mit Kunst, so ein als Zeuge geladener IT-Spezialist der Polizei, hätten diese Bilder rein gar nichts zu tun. Und mit ziemlicher Sicherheit seien sie beim Betrachten kinderpornografischer Seiten heruntergeladen worden. Dies aber könne tatsächlich ohne das Wissen des Lehrers geschehen sein. Für eine Verurteilung in diesem Teilaspekt reichte es jedenfalls nicht.

Der Prozess war weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt worden, um die Privatsphäre der beiden Opfer, die immer noch die Schule besuchen, zu schützen. In ihrer Urteilsbegründung attestierte die Richterin dem Lehrer, dass er sehr gut wisse, „was junge Mädchen hören wollen“.

Vermutlich hätten den Mädchen auch sein „kumpelhaftes Verhalten“ gefallen. Und ganz sicher habe der Angeklagte auch mehr Glück als Verstand: Beim Sex mit den damals in dieser Hinsicht völlig unerfahrenen Mädchen hatte er nicht verhütet – im Falle einer Schwangerschaft, so die Richterin, wäre eine Bewährungsstrafe nicht mehr denkbar gewesen.

Mit dem Urteil verbunden ist eine Zahlung des Lehrers in Höhe von 5000 Euro an eines der beiden Opfer. Sollte das Mädchen das Geld nicht haben wollen, geht die Zahlung an eine gemeinnützige Organisation.

Finanziell dürfte das für den Verurteilten leistbar sein: Seit Bekanntwerden des Falls ist der Oberstudienrat bei vollen Bezügen vom Dienst suspendiert, solange das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, dürfte sich daran auch nichts ändern.

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