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Gießen Lebenslange Haft nach tödlicher Beil-Attacke

Dreizehn Mal schlug ein heute 21-Jähriger Räuber mit einem Tomahawk auf einen Geschäftsmann ein. Jetzt muss er wegen Mordes mit Todesfolge lebenslang ins Gefängnis.

17.04.2018 13:14
Urteil erwartet
Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz. Foto: Uli Deck/Archiv

Der erste Schlag mit dem Beil kommt für das Opfer völlig unerwartet. Es folgt noch ein Hieb und noch einer. Insgesamt 13 Mal schlägt der Angeklagte mit seinem Tomahawk auf den 40 Jahre alten Geschäftsmann ein und raubt sein Opfer aus - davon ist das Landgericht Gießen überzeugt. Es verurteilte den 21-jährigen Angeklagten am Dienstag unter anderem wegen Mordes und Raub mit Todesfolge zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Der 21-Jährige habe die Tat im vergangenen April in Niddatal (Wetteraukreis) „perfide geplant und brutal durchgeführt“, begründete der Vorsitzende Richter das Urteil. Vor der Tat hatte sich der Mann im Internet über die Folgen von Schlägen in den Nacken und eines Genickbruches informiert. Zudem soll er einen vorgetäuschten Bargeldtausch mit dem Geschäftsmann eingefädelt haben, damit dieser viel Geld im Haus hat. Nach der Beil-Attacke raubte der Angeklagte laut Gericht 100 000 Euro Bargeld, Handy und Laptop.

Die Richter gingen davon aus, dass der nicht vorbestrafte Mann mit der Tat seinen Lebensstil finanzieren wollte. Er habe geprahlt, Geld zu besitzen und sich „als tollen Hecht“ dargestellt. Tatsächlich aber habe er von Aushilfsjobs gelebt und kaum Geld auf dem Konto gehabt.

Der Angeklagte bestritt die Tat und beschuldigte einen Bekannten des Opfers. Das Gericht hatte aber keine Zweifel an der Schuld des Angeklagten. Dem Vorsitzenden zufolge führten unter anderem am Tatort gefundene Spuren wie ein Schuhabdruck, Metallsplitter des Tomahawks und Blutspritzer auf der Kleidung zu dem 21-Jährigen.

Mit ihrem Urteil schlossen sich die Richter dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft an. Sie mussten auch prüfen, ob der Angeklagte noch wie ein Jugendlicher bestraft werden konnte - verneinten das aber ausdrücklich. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (dpa/lhe) 

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